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Vorsfelde Unsere Praktikantin Michelle Schulz betreibt beim MTV Vorsfelde Kickboxen.

Von Michelle Schulz

Michelle Schulz im Kampf gegen Trainer Wladislaw Iltschuk.
Michelle Schulz im Kampf gegen Trainer Wladislaw Iltschuk.
Foto: regios24/Joachim Mottl

Tanzen, Reitunterricht – es gibt klassische Sportarten, die Mädchen betreiben. Fußball, Kampfsport, doch eher etwas für Jungs? Vielleicht – doch das hielt Michelle Schulz nicht davon ab, mit dem Kickboxen zu beginnen. Ein Selbsterfahrungsbericht unserer Praktikantin …

 
„Wenn ich jetzt abends alleine unterwegs bin, fühle ich mich sicherer, weil ich weiß, dass ich mich im Falle eines Angriffs verteidigen könnte.“
Michelle Schulz betreibt sei Januar 2013 die Sportart Kickboxen

Was für viele schwer vorstellbar ist, ist für mich total normal, denn anders, als viele denken, ist Kickboxen mehr als nur den Gegner zu schlagen und zu treten.

Ich boxe mittlerweile seit mehr als einem Jahr zweimal wöchentlich im MTV-Action. Unsere Stammgruppe, die eigentlich bei jedem Training dabei ist, besteht aus vier Jungs und mir. Sind wir komplett, gehören zu unserer Gruppe weitere drei Mädchen und insgesamt acht Jungs.

Die Gründe, warum ich mich für das Kickboxen entschieden habe, sind vielfältig: Wichtig war für mich, dass ich die Möglichkeit habe, mich fit zu halten und einen Ausgleich zum Schulalltag zu haben. Gleichzeitig war mir wichtig, in einer Gruppe zu trainieren  – obwohl es sich bei Kampfsportarten ja eher um Einzelsportarten handelt. Entscheidend war auch, eine Sportart zu finden, bei der der komplette Körper beansprucht und trainiert wird.

Das Wichtigste für mich allerdings ist die Auswirkung auf mein Selbstbewusstsein, das sich durch das Kickboxen rückblickend enorm gesteigert hat: Wenn ich jetzt abends alleine unterwegs bin, fühle ich mich sicherer, weil ich weiß, dass ich mich im Falle eines Angriffs verteidigen könnte. Dieses Gefühl von Sicherheit überträgt sich zudem auf mein Training. Denn: Wenn ich wieder mal als einziges Mädchen beim Kickboxen bin, weiß ich, dass ich selbst gegen Jungs im direkten Aufeinandertreffen eine Chance habe.

Unser Können zeigen wir momentan ausschließlich beim Training, doch im Bezug auf Wettkämpfe sagt unser Trainer Wladislaw Iltschuk: „Ich kann mir sehr gut Turnierteilnahmen vorstellen, denn das Potenzial dazu habt ihr in jedem Fall!“

„Schach und Boxen haben viele Ähnlichkeiten, denn bei beiden Sportarten kommt es auf die richtige Strategie an“, erklärte einst Boxer Vitali Klitschko. Denn neben Technik und Ausdauer sind andere Dinge ganz entscheidend: Man lernt, sich selbst zu schützen sowie die Fähigkeit, auf Aktionen des Gegners zu reagieren.

Auch das Vorurteil, das zum Kickboxen oder zum Kampfsport allgemein automatisch Verletzungen gehören, stimmt so nicht. Durch neu entwickelte Schutzausrüstung – unter anderem für Schienbeine und Ellenbogen – ist es eine nahezu verletzungsfreie Sportart geworden. Für mich steht fest: Es passt alles!