MTV 1862 e.V. Vorsfelde, 38448 Wolfsburg, Carl-Grete Str. 41
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MTV 1862 e.V. Vorsfelde
Carl-Grete Str. 41
38448 Wolfsburg
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Aufstieg per Telefon: Vorsfelde Drittligist
Die Handballer des MTV Vorsfelde sind Drittligist. Höchstwahrscheinlich zumindest. Ein Protest steht aus (siehe Bericht). Das ist das Ergebnis der Dramen am letzten Spieltag der Oberliga. Die MTVer wurden am Samstag Meister – dreieinhalb Stunden, nachdem sie in Nienburg traurig vom Feld gegangen waren. Fassungslosigkeit und Frust verwandelten sich in Freude, die MTVer holten die Meister-Shirts raus und begannen die lange Party. Nach einer 34:35-Niederlage zuvor hatte es finster, zumindest nach Entscheidungsspielen ausgesehen. Handball-Wahnsinn. Vorsfelde als Erster, Soltau als Zweiter und Northeim konnten am finalen Tag noch den Titel holen. Am Ende schlug die Stunde von Northeim. Northeim holte mit dem 36:22 gegen Dingelbe zwei Punkte auf den MTV auf. Und 14 Treffer. Jetzt schien passiert, woran keiner geglaubt hatte: Alle drei Teams punktgleich – mit exakt der gleichen Tordifferenz aber schienen Northeim und Vorsfelde die Saison beendet zu haben. Vorsfelde feierte nach einer Fehlinformation Sekunden lang in Nienburg, und sackte in Frust. Northeim feierte Stunden... Dann fiel Tim Johow auf Vorsfeldes Rückfahrt ein, woran sich auch der Coach erinnerte: In der Tabelle das Verbandes war ein Fehler, das Ergebnis der Partie zwischen Helmstedt und Vorsfelde am 4. Mai war irrtümlich mit 20:33 statt mit 20:34 eingerechnet. Staffelleiter Manfred Herzog wurde informiert, er überprüfte es, korrigierte die Tabelle und informierte das Team um 21:28 Uhr: „Vorsfelde ist Erster.“ Im Bus wurde es laut. Um Mitternacht traf das Team in der „Kupferkanne“ ein, danach ging die Party im Kaufhof und im „Tao“ weiter. „Einfach riesig“, jubelte Torjäger André Frerichs. Routinier und Spartenleiter Michael Schwoerke sagte: „Wahnsinn, 3. Liga wird nicht leicht, aber wir sind aufgestiegen, um drinzubleiben.“ Coach Mike Knobbe mahnt: „Ich hoffe, alle wissen, was auf uns zukommt.“ Christian Rüger (Warberg) ist der vierte Neuzugang.
Am Ende lachte der MTV Vorsfelde: Torwart Thomas Krüger (l.), das Team (M.) und die Fans (r.), die ihre Mannschaft in Nienburg unterstützt hatten, dann aber erst einmal traurig die Heimreise antraten. Nach der Schlusssirene hatten sich die Spieler (unten von links Michael Schwoerke, André Frerichs und Miro Jovicic) bereits als Sieger gefühlt.
03.06.2013 / WAZ Seite 29 Ressort: WSPORT

Showdown mit Nervenschlacht
(rau) Der Showdown in Nienburg endete in einer mehrstündigen Nervenschlacht, bis der Aufstieg des MTV Vorsfelde in die 3. Handball-Liga (vorerst) feststand (siehe Bericht). Das hätte sich der MTV sparen können. Doch vor den gut 400 Zuschauern, davon rund 80 aus Wolfsburg, machte Vorsfelde gegen hochmotivierte Gastgeber nicht alles richtig, hatte teils keine optimale Form, etwas Pech und verlor 34:35 (17:16). Ein Spitzenspiel war es aber doch. Nienburg – zielstrebig, auf schnellen Abschluss bedacht – unterstrich, warum das Team seit Monaten in eigener Halle alles gewinnt. Vorsfelde hatte nie Zeit zum Luftschnappen, arbeitete aber konzentrierter als noch vor einer Woche gegen Rosdorf. Nur: Mehrfach verschleuderte der MTV vor der Pause die Chance, einen Zwei-Tore-Vorsprung auszubauen. Nach der Pause trafen die Gastgeber, allen voran ihre Torjäger Arnar Gudmundsson und Kristaps Ince, wie ein Uhrwerk. Die beiden Vorsfelde- Keeper Sebastian Funk und Thomas Krüger hatten keinen so guten Tag wie ihr Gegenüber Bastian Bormann. Bei 24:24 war Nienburg dran. André Frerichs scheiterte mit einem Siebenmeter, im Gegenzug gelang Nienburg die Führung, als der Fehlwurf vom im Aus stehenden Schiedsrichter wieder in Nienburger Hand sprang. Mit einem Ballverlust beim Anwurf handelte sich Vorsfelde das 26:29 ein. Doch nun ging der Kampf erst richtig los. Vorsfelde kam zum 30:30, fiel auf 30:33 zurück, kam auf 33:34 heran und hatte 30 Sekunden Zeit, bei 34:35-Rückstand und Überzahl den Ausgleich zu erzielen. MTV: Krüger, Funk, Poley – Basile (2), Schwoerke (7), Jovicic (5), Groenewold, Johow (2), Frerichs (8), Bangemann (7), Kühlbauch (3), Borchers, Kahler, del Pino, Wernecke.
Und rein damit: Michael Schwoerke (r.) traf fürs Vorsfelde siebenmal, dennoch verlor der MTV in Nienburg 34:35.Foto: Michael
03.06.2013 / WAZ Seite 29 Ressort: WSPORT
Protest folgt
Vorsfelde Meister – dagegen hat der Northeimer HC Protest eingelegt. Der MTV sieht es gelassen. Coach Mike Knobbe: „Dagegen werden sie nichts machen können.“ Vorsfeldes Spartenleiter Michael Schwoerke sieht es ähnlich, weiß aber: „Für Northeim ist es bitter, die hatten schon vier Stunden lang gefeiert.“ Dabei waren sie aber von falschen Voraussetzungen (mehr erzielte Tore oder direkter Vergleich) ausgegangen. Dass bei Punkt- und Torgleichheit Entscheidungsspiele folgen, ist in den Durchführungsbestimmungen aber festgelegt. Der Protest geht heute „per Einschreiben“ an den Verband, so Northeims 2. Vorsitzender Oliver Kirch gestern. „Das war keine Gleichberechtigung.“ Man habe nicht gewusst, dass das Vorsfelder Torverhältnis in der Tabelle vor dem letzten Spieltag nicht stimme. Man sei davon ausgegangen, dass es ausreiche, 14 Tore aufzuholen: „Fehler der Staffelleitung, wir wollen Entscheidungsspiele.“
Knobbe
03.06.2013 / WAZ Seite 29 Ressort: WSPORT

Bürgermeister Lach verspricht Ehrung
Bei der Saison-Abschlussparty gratulierte auch Ortsbürgermeister Günter Lach den Vorsfelder Handballern, versprach dabei: „Wenn die letzten 0,1 Prozentpunkte Zweifel am Aufstieg beseitigt sind, gibt es einen offiziellen Empfang im Vorsfelder Rathaus.“ Und: „Ich bedanke mich bei der Mannschaft und bei Trainer Mike Knobbe für diesen Erfolg. Wir Vorsfelder sind stolz auf euch.“
Als die Meldung kam, dass es doch der Aufstieg geworden ist, da rief Spartenleiter und Routinier Michael Schwoerke gleich Dieter Knobbe an. Der Vater von Trainer Mike Knobbe war 20 Jahre Spartenchef gewesen, hatte das Amt 2012 abgegeben. „Das haben wir für dich erreicht“, sagte Schwoerke dem Urgestein. „Wir sind auch Dieters Team“, fügte Spieler Raul del Pino hinzu. Knobbe war aus Nienburg traurig abgereist: „Der Aufstieg hätte mich so gefreut.“ Die Freude kam später. „Es ist auch Dieters Erfolg“, so Klubchef Werner Reimer.
Wie alle Vorsfelder war Tim Johow (Foto) im ersten Moment nach der Niederlage in Nienburg tieftraurig. Im Bus jedoch sprach er dann aus: „Was ist mit dem fehlenden Tor aus dem Helmstedt-Spiel?“ Trainer Mike Knobbe: „Keiner hatte in den Frust-Minuten daran gedacht. Vor ein paar Wochen war uns das nicht so wichtig erschienen.“ Johow, nach Differenzen mit dem Coach („Wir haben uns versöhnt“) mal ein Jahr in der Reserve, blieb bescheiden: „Der Mannschaftserfolg ist das Wichtigste. Das mit dem Tor wussten doch mehrere.“ Allerdings: „Aber er hat es als Erster angesprochen“, so Knobbe.
Vier 3. Ligen gibt es – in welche der MTV Vorsfelde eingereiht wird, bleibt offen, bis alle Teilnehmer feststehen. Die 3. Liga Nord (unter anderem mit Teams aus dem hannoverschen Raum) und die 3. Liga Ost (mit Klubs aus dem Raum Magdeburg, aber auch aus dem Süden, etwa Coburg) sind denkbar. Das wird nach regionalen Gesichtspunkten entschieden. Erst einmal müssen noch die vier Drittletzten ein Team ermitteln, das in der Klasse bleiben darf.
03.06.2013 / WAZ Seite 29 Ressort: WSPORT