WOLFSBURG.   Nach den Beschlüssen der Politik hat der niedersächsische Handball-Verband seine ursprünglichen Pläne nachjustiert.

Oberligist MTV Vorsfelde (in Blau Marius Schwarz) und die anderen niedersächsischen Handball-Teams werden sich weiter gedulden müssen. Der HVN strebt nun einen Neustart am 6./7. März an.

Anvisiert war ein Start im Februar, unter Umständen schon Ende Januar. Nun ist klar: Die niedersächsischen Handballer werden sich noch mindestens bis März gedulden müssen. Die Task Force Spielbetrieb des niedersächsischen Handball-Verbands (HVN) gab bekannt, dass die Wiederaufnahme der Saison 2020/21 für den 6./7. März geplant ist.

Im zurückliegenden November war man beim HVN noch zuversichtlich, im Januar wieder Liga-Spiele absolvieren zu können – zumindest hielt man es für möglich. Die Vereine waren damals schon skeptisch. Die Verantwortlichen des MTV Vorsfelde, VfB Fallersleben und VfL Wolfsburg hatten Bedenken geäußert, und sie sollten Recht behalten.

Infektionsgeschehen nicht merklich zurückgegangen

Das Infektionsgeschehen ist nicht merklich zurückgegangen, die Beschränkungen wurden erst kürzlich bis zum 31. Januar verlängert. Das zwang die Task Force Spielbetrieb dazu, ihre Planungen anzupassen. „Nach der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag und der Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar müssen wir nachjustieren“, erklärte Markus Ernst, HVN-Geschäftsführer.

Nun hoffen die Handballer, dass es im März weitergehen kann. Voraussetzung ist, dass die Kontaktbeschränkungen nicht erneut verlängert werden. Sollte der Lockdown im Februar enden, wäre eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im März denkbar. Zu berücksichtigen ist, dass die Mannschaften einen gewissen Vorlauf benötigen – und den auch ausdrücklich beim Verband einforderten.

Trainingsbetrieb ruht seit Oktober

Seit Oktober ruht der Trainingsbetrieb. Die Sporthallen sind geschlossen. Training findet bei keinem der Vereine statt. Die Spieler halten sich individuell fit. Doch viel mehr als individuelle Laufeinheiten sind nicht drin, schließlich sind auch die Fitnessstudios geschlossen. Um in körperlich angemessener Verfassung neu zu starten, seien mindestens drei Wochen Vorbereitung nötig, erklärten die Übungsleiter der drei Wolfsburger Topklubs bereits im November. Je länger aber die Trainingspause andauert, desto mehr Zeit wird es brauchen, um wieder in Form zu kommen.

Der Verband ist im Zwiespalt. Einerseits wollen die HVN-Verantwortlichen den Mannschaften eine ausreichende Vorbereitung zugestehen, andererseits ist der Zeitplan eng. Denn bis Ende Juni muss die Saison abgeschlossen sein. Geht die Spielzeit darüber hinaus, bekommen Vereine wie die Oberligisten MTV Vorsfelde oder VfB Fallersleben Probleme. Dann nämlich laufen Spielerverträge aus.

Der Verband gibt sich jedoch optimistisch, ist überzeugt, die beschlossene Einfachspielrunde noch austragen zu können. „Das Vorhaben ist auf jeden Fall noch umsetzbar, auch bei einem Spielbeginn nach Anfang März“, erklärte Ernst. „Wichtig ist, dass Niedersachsens Handballer möglichst schnell wieder die Bälle in die Hände nehmen.“

Sollte die Saison aber doch abgebrochen werden müssen, bestehen Planungen eines Pokalwettbewerbs. HVN-Präsident Stefan Hüdepohl sagte: „Wir müssen nach vorne gucken. Der Handball in Niedersachsen braucht eine Bühne, die er auch verdient hat.“

Wolfsburger Nachrichten, 08.01.2021