Marius Thiele und Vorsfeldes Handballer werden weitgehend zusammenbleiben 

VORSFELDE.  Die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde kämpfen mit Mitglieder- und Sponsorenschwund, können ihren Kader aber wohl zusammenhalten.

Während Daniel Heimann mehr Freizeit hat als ihm lieb sein dürfte, findet André Frerichs derzeit kaum eine ruhige Minute: Der Teammanager des MTV Vorsfelde bastelt am Kader der Oberliga-Handballer. Derweil ruht der Ball noch immer, Coach Heimann hofft auf den Sommer und darauf, dass die Saison wie geplant am 18./19. September startet.

Teamchef Frerichs klingt optimistisch, wenn er über die Kaderplanungen spricht. In den vergangenen Wochen liefen die Gespräche mit den Spielern an. Die ersten Eindrücke sind positiv“, berichtet Frerichs. „Die Jungs haben erkannt, dass wir im Verein vor großen Herausforderungen stehen. Alle wollen ihren Beitrag leisten, damit es wieder aufwärts geht. Das macht mich stolz.“

Frerichs: Pläne über den Haufen geworfen

Die Vorsfelder hat, wie fast jeden anderen Sportklub auch, die Pandemie hart getroffen. Der Trainings- und Spielbetrieb ist noch immer ausgesetzt, ein Vereinsleben gibt es aktuell nicht. „Wir verzeichnen einen Mitgliederschwund“, sagt Frerichs. Doch damit nicht genug. Die Folge der wirtschaftlichen Verwerfungen ist, dass Sponsoren ihr Engagement zurückfahren oder einstellen. „Das stellt uns als Oberliga-Mannschaft vor Probleme“, erklärt der Teammanager. „All unsere Pläne sind über den Haufen geworfen.“

Zu Beginn der vergangenen Saison wurde der Kader entscheidend umgebaut. Die Idee war es, über einen Zeitraum von ein paar Jahren eine Mannschaft zu formen, die in die 3. Liga aufsteigen kann. Punktuell sollte das Team verstärkt werden. Nun ist Frerichs froh, wenn er seinen Kader so zusammenhalten kann wie er dasteht. „Es wäre eine Leistung, wenn wir ohne Abgänge in die neue Saison gehen“, betont der Teammanager. Dass das klappt, daran glaubt Frerichs fest: „Ich habe jetzt mit allen Spielern gesprochen. Und jeder will bleiben.“

MTV verzichtet auf Drittliga-Relegation

Nun muss der Teamchef das Finanzielle klären, die Verträge aufsetzen. Die Schwierigkeit: „Unser Budget wird kleiner sein als in der zurückliegenden Spielzeit“, sagt Frerichs. Deshalb arbeite er mit Hochdruck daran, neue Sponsoren an Bord zu holen. Frerichs fasst die Lage so zusammen: „Wir werden Abstriche machen müssen. Aber ich sehe, dass die Spieler mitziehen. Wir werden gerüstet sein für die nächste Oberliga-Saison.“

Die Überlegungen, an der niedersächsischen Aufstiegsrelegation teilzunehmen, haben die Vorsfelder indes verworfen. „Es besteht zu viel Ungewissheit, sportlich und finanziell“, erklärt Coach Heimann. In Absprache mit den Spielern und den Verantwortlichen habe man sich für den Verzicht entschieden.

Wolfsburger Nachrichten, 04.05.2021