Handballer und Fußballer aus Vorsfelde für ein gemeinsames Ziel: Zu Gunsten der Flutopfer messen sich der SSV und der MTV am Sonntag im Drömlingstadion. Die Teams (l. SSV-Sportdirektor André Bischoff, r. SSV-Vorsitzender Rüdiger Adamczyk, v. l. in Blau die Handballer Paul Mbanefo, John Michael und Nick Weber sowie in Grün die Kicker Michel Haberecht, Luc Bammel und Justin Kick) verstehen sich prächtig. © Imago Images (1), privat (1), Jürgen Braun (1)


Vorsfeldes beste Sportteams im Duell – und das ganze für einen guten Zweck, zu Gunsten der Opfer der Flutkatastrophe vor wenigen Tagen: Am Sonntag (13 Uhr) messen sich die SSV-Fußballer mit den MTV-Handballern im Drömlingstadion. 


Fußballer gegen Handballer, SSV gegen MTV, das ist am Sonntag (13 Uhr) das große Vorsfelder Spiel im Drömlingstadion. Und das Ganze für einen guten Zweck. Der Plan ist alt, der Zweck, den sich die Teams bis Dienstag offen gelassen hatten, ganz aktuell. Eintrittsgelder und weitere Einnahmen sollen an die Opfer der Flutkatastrophe gehen. „Wir werden die Einnahmen so weiterleiten, dass sie auch an den richtigen Stellen ankommen“, so SSV-Vorsitzender Rüdiger Adamczyk, dessen Klub bei der Erstauflage der Aktion die Organisation übernommen hat.

Der Eintrittspreis (zwei Euro) ist klein, dafür hoffen die Sportler auf eine große Kulisse. Auch Bratwurst soll es günstig geben, auch hier soll der Erlös an die Fluthilfe gehen. Adamczyk: „Eigentlich hatten wir an eine Spende an eine gemeinnützige Einrichtung in Vorsfelde gedacht, aber das können wir bei einer weiteren Auflage des Spiels angehen. Dass wir jetzt an die Flutopfer denken, ist selbstverständlich. Wir hoffen, dass viele Vorsfelder zum Zuschauen kommen. Und sollte die Summe am Ende nicht so richtig rund sein, dann legen wir als Verein noch etwas dazu.“

Handball gegen Fußball – das soll, so der Plan der Aktivisten, eine Tradition werden. Der Plan reifte schon vor ein paar Jahren. Viele Spieler beider Teams kennen sich seit Jahren. Handballer John Michael: „So vor vier Jahren haben wir begonnen, da mal drüber zu reden.“ Inzwischen, so SSV-Spieler Michel Haberecht, „hat jede Mannschaft zehn Dauerkarten für Spiele des anderen Teams, die sind immer weg.“ Sprich: Die Teams verstehen sich gut, die Idee reifte, mal gegeneinander zu spielen.

Die Oberliga-Handballer müssen zuerst auswärts ran, haben allerdings keine Angst, etwa vor dem im Vergleich zur Halle viel größeren Platz. Paul Mbanefo: „Wir können rennen.“ Vom Trainingsaufwand tun sich beide momentan nicht viel, der SSV übt aktuell viermal in der Woche, dazu kommen am Wochenende Tests, bei den MTVern sind es drei Einheiten unter der Woche, dazu kommen zwei am Wochenende. Da wird der Sonntag mal eine willkommene, weil nicht ganz so ernste, Abwechslung. Ehrgeiz aber wird mit Sicherheit da sein. Die Handballer sind fit – und mit dem größeren Ball durchaus nicht unbeleckt. Fußball, gehört aber auch bei ihnen zum Programm. Mbafeno: „Zum Aufwärmen spielen wir regelmäßig Fußball.“

Am Dienstagabend kamen Mbafeno, Michael und Keeper Nick Weber mal vom Sportzentrum runter ins Drömlingstadion, es blühte der Flachs unter den Aktiven, es war spürbar dass sich die Teams gut verstehen. Adamczyk: „Seit zehn Jahren etwa hat sich ein gutes Miteinander entwickelt unter den Fußballern und Handballer, das hängt stark an den Menschen in den Teams und wie sie das pflegen. Und wir haben diesen Ball gern aufgenommen.“

Rückspiel für die Winterpause geplant

Genau wie der MTV. Handball-Teammanager André Frerichs: „Der Gedanke ist unter den Spielern entstanden, das Spiel war schon länger angedacht, dann kam Corona dazwischen. Das kann ein schönes Event für ganz Vorsfelde werden, es wäre toll, wenn das mal ein fester Termin im Sportkalender werden würde.“ Wobei: Für die Winterpause ist ein Rückspiel angedacht, dann allerdings im Handball in der Sporthalle im Eichholz.

Auch unter Corona-Bedingungen bietet die Anlage im Drömlingstadion am Sonntag genug Platz. Auf der Tribüne werden die Plätze schachbrettartig markiert zur Abstandswahrung, weitere Sitzgelegenheiten wird es rund um das Feld geben. Adamczyk: „Wir werden die erhofft große Kulisse unterbringen können.“

WAZ, Jürgen Braun 21.07.2021