Marius Thiele, Kapitän des Handball-Oberligisten MTV Vorsfelde, zeigt sich zufrieden mit dem Testspielauftritt seiner Mannschaft gegen Magdeburg.
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Seit Ende Oktober hatten die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde coronabedingt kein Spiel mehr bestritten. Das Comeback hat es in sich.

Ein Dreivierteljahr Jahr haben die Oberliga-Spieler des MTV Vorsfelde auf diesen Moment warten müssen: Endlich stand wieder ein Handballspiel an. Dass es bei der Reserve des SC Magdeburg eine deutliche 24:34-Niederlage gab, war nebensächlich. Was zählte, war, dass die MTV-Handballer wieder ihrer Leidenschaft nachgehen konnten.

Ende Oktober 2020 war die Oberliga-Saison vorzeitig beendet worden. Es folgte ein Trainingsverbot. Die Handballteams der Region waren gezwungen, sich individuell fit zu halten. Erst vor wenigen Wochen ging es für Niedersachsens Handballer zurück in die Hallen. Beim MTV trainiert man seit knapp drei Wochen mit Ball. Nun stand das erste Testspiel auf dem Programm.

Für den Neuanfang hatten sich die Vorsfelder einen Gegner ausgesucht, den man auch in Bestform nur schwer schlagen kann. Mit den Magdeburg „YoungsterS“ sah sich der MTV einem Drittligisten gegenüber. „Die SCM-Reserve hat einige Spieler in ihren Reihen, die es in die Bundesliga schaffen wollen. Die Mannschaft hat viel Qualität“, betonte Vorsfeldes Mannschaftsführer Marius Thiele.

MTV Vorsfelde mit guten Ansätzen

Ein großer Vorteil, den Magdeburg hatte: Als Drittligist durfte die Zweitvertretung in den vergangenen Monaten in der Halle trainieren, bis Mai lief sogar ein Liga-Pokal. „Der SCM war eingespielt“, sagte Thiele. Man hätte also durchaus Schlimmeres als ein 24:34 befürchten können. „Ich hatte mit einem schwächeren Auftritt gerechnet, aber wir haben gezeigt, dass wir das Handballspielen nicht verlernt haben“, erklärte der MTV-Kapitän.

Klar, noch sei reichlich Sand im Getriebe gewesen, doch Ansätze waren da, versicherte Thiele. „Spielerisch war das wirklich in Ordnung.“ Vor allem in den ersten 15 bis 20 Minuten sei man ebenbürtig gewesen. Was das Problem der Vorsfelder werden würde, zeichnete sich jedoch schon in der Anfangsphase ab. „Wir haben zu viele freie Würfe vergeben“, berichtete Thiele. „Unsere Chancenverwertung war einfach nicht gut genug.“

Trainer Heimann ist zufrieden

Das lag nicht ausschließlich am eigenen Unvermögen, sondern auch an den starken SCM-Keepern. „Da haben sie ein sehr gutes Gespann“, sagte Thiele. MTV-Trainer Daniel Heimann hebt das Positive hervor: Dass sich sein Team überhaupt erst die Möglichkeiten erspielt hat. „Wir haben immer wieder Lösungen gegen Magdeburgs Deckung gefunden, sehr variabel agiert“, erklärte Heimann. „Dass wir uns nicht oft genug mit Toren belohnt haben, ist schade, aber aktuell kein Grund zur Sorge.“

Aufgrund der Nachlässigkeiten im Abschluss wurde es im zweiten Durchgang deutlich, die Gastgeber spielten ihre Überlegenheit konsequenter aus. „Die Niederlage ist sicher etwas zu hoch ausgefallen“, meinte Heimann, Thiele stimmte ihm zu: „Mit sechs Toren hätten wir verlieren können, zehn Treffer Rückstand waren zu viel.“ Hinten raus fehlten allerdings die Kräfte. Der MTV war mit nur acht Feldspielern angereist. „Uns ist die Luft ausgegangen“, sagte Heimann, der aber insgesamt sehr zufrieden war mit seiner Mannschaft: „Ich war beeindruckt.“

Neuzugang Hoch muss ran

Randnotiz: Niklas Hoch, erst vor zwei Wochen als dritter Torwart zum MTV gekommen, spielte über 60 Minuten durch. Die Stammtorhüter Thomas Krüger (Leistenzerrung) und Nick Weber (Bänderriss) hatten sich beim Benefiz-Fußballspiel gegen den SSV Vorsfelde verletzt.

Wolfsburger Nachrichten, Kilian Symalla, 01.08.2021