Von Sylvia Telge

Herzlicher Empfang im Vorsfelder Rathaus: Günter Lach (l.) und Karl Haberstumpf mit Olympia-Judoka Giovanna Scoccimarro.foto: Britta Schulze

Vorsfelde. Das gab es noch nie im Vorsfelder Rathaus: Der Ortsrat lud am Samstag nicht nur eine Olympia-Teilnehmerin ein, sondern sogar eine, die eine Bronze-Medaille bei den Wettbewerben gewonnen hat: Judoka Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde.

Klar, dass es großen Applaus gab, als die junge Sportlerin mit ihrer Familie das Rathaus betrat. Sie freute sich sichtlich über den herzlichen Empfang – Ortsbürgermeister Günter Lach aber auch. Er erinnerte daran, dass Giovanna Scoccimarro schon mit sieben Jahren beim MTV in der Judo-Sparte angefangen hat und seitdem dem Verein die Treue hält. „Es haben bestimmt schon andere Vereine gebaggert“, vermutete Lach.

Einmal bei den Olympischen Spielen teilzunehmen, davon hat Giovanna Scoccimarro immer geträumt. Der Traum ging jetzt in Tokio in Erfüllung. Nicht nur das. Die 23-Jährige holte in der Mixed-Kategorie sogar die Bronze-Medaille. Dass sie die gewonnen hat – das habe sie jetzt mittlerweile realisiert. „Nach dem Wettkampf war das noch nicht so“, erzählte die junge Frau.

Die Medaille brachte sie auch zum Empfang ins Vorsfelder Rathaus mit. „Die ist ganz schön schwer“, stellte Lach fest, als er das Edelmetall in der Hand hielt. Den Gewinn der Medaille hat Giovanna Scoccimarro jetzt realisiert. Der Ärger, dass sie in der Einzelwertung „nur“ auf den fünften Platz kam,sei noch nicht ganz weg. Aber es sollen ja nicht ihre letzten Olympischen Spiele gewesen sein, verspricht sie. Günter Lach hofft noch auf „drei bis vier“. Giovanna Scoccimarro ist da etwas vorsichtiger. 2028 hat sie sich als Grenze gesetzt. Vorher müsse sie aber natürlich die Qualifikationen schaffen. Bei den künftigen Spielen bringt sie dann vielleicht sogar etwas aus Vorsfelde mit: Die schwarz-grüne-Ortsfahne, die im Blumenstrauß steckte, den der Ortsrat beim Empfang am Samstag übergab.

Das macht die Eberstadt vielleicht noch etwas berühmter. Schon jetzt sei sie durch Giovanna Scoccimarros Auftritt in Tokio weltweit in vieler Munde, freute sich der Ortsbürgermeister. Eine Vorsfelde-Fahne toppe das möglicherweise noch.

Günter Lach lobte bei dem Empfang auch das Engagement des MTV Vorsfelde. Der Verein sei nicht nur aktiv beim Breiten- und Gesundheitssport, sondern unterstütze außerdem Spitzensportler hervorragend. Giovanna Scoccimarro sei das beste Beispiel dafür. Günter Lach hofft, dass die junge Frau noch sehr lange ihrem Heimatverein die Treue hält, obwohl sie mittlerweile in Hannover arbeitet.

Eins hatte ihn bei Giovanna Scoccimarros Tokio-Trip irritiert: Die Sportlerin hatte das Olympische Dorf mit Wolfsburg verglichen. Warum, das erklärte die Sportlerin beim Empfang: In Schichtzeiten sei die VW-Stadt voll, danach ziemlich leer. So sei es auch im Olympischen Dorf gewesen. Nachdem die Sportler zu den Wettkämpfen abgeholt wurden, glichen die Unterkünfte „einer Geisterstadt“.

Wolfsburger Allgemeine, Seite 14, 16.08.2021