Handball-Oberliga: Ungeimpfte Spieler und Offizielle dürfen nicht in die Hallen – „Viele machen sich Gedanken“

2G auf der Tribüne und dem Parkett: Heimspiele vom MTV Vorsfelde (am Ball) gibt’s aber auch im Livestream.foto: Boris Baschin

Fallersleben/Vorsfelde. In Niedersachsens Sporthallen gilt die 2G-Regelung, in Wolfsburg schon seit der vergangenen Woche. Dies betrifft neben den Sportlerinnen und Sportlern auch den Trainer- und Betreuer-Stab. Für die Zuschauenden gilt nach einer Anpassung am Mittwoch durch das Land Niedersachsen die Maskenpflicht im Innenbereich bis zum Sitzplatz. Wie sehen die Handball-Oberligisten VfB Fallersleben und MTV Vorsfelde, die am Samstag im Einsatz sind, die Lage?

VfB Fallersleben

Fallersleben zwang die 2G-Regel vor zwei Wochen beim HV Barsinghausen bereits zur Umplanung, da die Maßnahme in der Region Hannover zu diesem Zeitpunkt bereits angewandt wurde, konnten die Fallersleber nur ohne ihre ungeimpften Spieler antreten. Die Partie gewann der VfB dennoch mit 26:24, Fallerslebens Coach Mike Knobbe bedauert aber, dass auch künftig einige seiner Spieler nicht nur bei Spielen sondern auch im Trainingsbetrieb ausgeschlossen werden. „Es ist schade für die Jungs, die nicht dabei sein können.“

Da es keine Impflicht gebe, könne jeder Spieler selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht. Dies gilt es zu respektieren, so Knobbe. „Wir müssen mit der Situation umgehen, wie sie ist. Klar ist aber, Ausfälle von Spielern sind immer eine Schwächung für uns.“ Das Trainer- und Betreuerteam sei dagegen durchgeimpft, „da gibt es kein Problem“.

Für die Zuschauer bei VfB-Heimspielen gibt es keine Änderungen, da der Verein bereits zu Saisonbeginn auf die 2G-Regel setzte. „Klar gibt es Leute, die dadurch ausgeschlossen wurden und unsere Entscheidung nicht verstanden haben, weil sie sich nicht haben impfen lassen. Damit müssen wir dann leben“, so Knobbe. Von einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Mannschaften, bei denen alle Spieler durchgeimpft sind, möchte Knobbe nicht sprechen, aber „das ist für die Teams natürlich keine angenehme Situation“. Für den VfB geht es am Samstag (19 Uhr) zum VfL Hameln. „Wir fahren mit einer guten Mannschaft nach Hameln und wollen dort gewinnen, wie in jedem Spiel“, so Knobbe.

MTV Vorsfelde

Trainer Daniel Heimann vom MTV Vorsfelde spricht von einem Nachteil für Mannschaften, die ihre ungeimpften oder nicht vom Corona-Virus genesenen Spieler nicht einsetzen dürfen „Der Spieler hat seine Entscheidung für sich getroffen, vielleicht auch, weil er sich noch unsicher ist. Jetzt darf er nicht mehr mitspielen.“ Dennoch ist er „froh, dass Handball weiter betrieben werden darf“, obwohl „es sich anfühlt, wie im vergangenen Jahr“, so Heimann. „Viele machen sich Gedanken, auch was ihre Familie betrifft, die eventuell nicht mehr in die Halle dürfe. Das ist eine mentale Belastung und das tangiert uns als Verein natürlich auch.“ Die, die nicht in die Halle dürfen oder wollen, können sich die Heimspiele des MTV zumindest über sportdeutschland.tv ansehen, merkt Heimann an. Als schwierig sieht der MTV-Coach die Situation für Ehrenamtliche. Sie müssen auf die wechselnden Anpassungen der Corona-Regelungen reagieren und deren Einhaltung überprüfen. „Neben dem Platz ist der Aufwand momentan höher als auf dem Platz“, so Heimann.

Die Vorbereitung der Vorsfelder auf das Duell am Samstag (18.30 Uhr) gegen den TV Jahn Duderstadt verlief nicht optimal, mehrere Spieler standen Heimann aufgrund von Grippe- und Erkältungssymptomen nicht zur Verfügung. Dennoch soll nach zuletzt zwei Niederlagen wieder ein Sieg herausspringen. „Die Mannschaft will mehr und kann auch mehr. Sie muss sich jetzt dafür belohnen.“ hk

Wolfsburger Allgemeine, Seite 26, 25.11.2021