Der VfB Fallersleben und der MTV Vorsfelde freuen sich Anfang Januar über viele neue Interessenten.

Trainer Manfred Krüger übt im Fitnesscenter des MTV Vorsfelde mit Steffi Sachs (rechts) und Tasja Szalek das Trainieren mit Kurzhanteln. Fotos (2): Anja Weber regios24

Wolfsburg Der Klassiker zum Jahresbeginn: Mit guten Vorsätzen gehen viele Menschen ins Fitnessstudio, um die „Weihnachtspfunde“ wieder weg zu schwitzen. Gab es auch im zweiten Corona-Winter das Phänomen des Januar-Ansturms in den Wolfsburger Fitnessstudios?

„Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, aber bei uns ist es sehr voll“, berichtet Johanna Karnebogen, Studioleiterin des VfB Fit in Fallersleben. „Es wurden alleine in den ersten Januar-Tagen 20 Termine für ein Probetraining vereinbart – so viele wie in den Vorjahren auch“, erklärt Karnebogen. Deshalb sind die Hoffmannstädter derzeit mit drei bis vier Trainern auf der Fläche – denn nicht nur die Neu-, sondern auch die Stammkunden wollen betreut werden und haben sich neue Ziele gesteckt. Auf der Trainingsfläche gilt die 2G-Regelung, in den VfB-Fit-Kursen gilt 2G+.

Ernährungsberaterin Kristina Dikmann offeriert im VfB Fit zum Jahresanfang ein „Sonderangebot“: Es wird nicht nur ein Trainings-, sondern mit ihrer Hilfe auch ein Ernährungsplan erstellt, zudem kann man vier Wochen zur Probe trainieren – alles zu einem Schnupperpreis. „Unsere Mitglieder suchen bei uns einen Ausgleich zum stressigen Alltag und zum Dauersitzen im Homeoffice“, erläutert Johanna Karnebogen. Viele langjährige Mitglieder würden sich sogar zu gemeinsamen Trainingszeiten verabreden: „Wir sind hier wie eine große Familie.“

Ähnliches erzählt auch Lutz Hilsberg, Vorsitzender des MTV, über das vereinseigene Trainingscenter: „In den ersten sechs Tagen hatten wir 16 Neu-Anmeldungen, das hat mich sehr erstaunt.“ Im gesamten Gebäude in der Carl-Grete-Straße gilt 2G+. „Die Regelung wird von unseren Trainierenden sehr gut angenommen, viele fühlen sich dann sicherer“, sagt Hilsberg. Er hofft, dass dieser Ansturm ein gutes Ohmen dafür ist, dass die Talsohle endlich durchschritten ist. Denn – wie fast jeder andere Großverein in Niedersachsen auch – der MTV hat in den vergangenen 22 Monaten ein Fünftel seiner Mitglieder (das sind fast 1000 Menschen) verloren. „Nun muss es doch endlich mal wieder aufwärts gehen. Die Leute wollen sich sportlich betätigen, wir freuen uns auf regen Zulauf“, sagt Hilsberg.

Kaum Rückgang in der durchschnittlichen täglichen Besucheranzahl hat Andreas Heuchert, Geschäftsleiter des Injoy Wolfsburg, festgestellt. Besuchten den Sport- und Wellness-Club in der Heinrich-Heine-Straße vor der Pandemie 650 Menschen am Tag, waren es im vergangenen Jahr 500 bis 600. Heuchert: „Wir haben Mitglieder, die lassen gerade ihre Mitgliedschaft ruhen. Aber die, die bei uns trainieren wollen, kommen jetzt häufiger pro Woche. Weil sie verinnerlicht haben, dass sie sich aktiv um ihre Gesundheit kümmern und ihr Immunsystem stärken müssen.“ Laut Heuchert hätten Studien gezeigt, dass regelmäßiges Training und ein milderer Corona-Krankheitsverlauf zusammenhängen: „Ausdauertraining stärkt die Lungen und erhöht die Lungenkapazität.“

Fast 2000 Quadratmeter umfasst das Injoy. Dort gelten 2G+ und Maskenpflicht. In den ersten Tagen des Jahres sei es „traditionell eher ruhig“, so der Geschäftsleiter, „aber ab dem 15. bis 20. Januar geht hier meistens die Post ab“.

Elena Wächter vom Damen-Sport-Studio Lady Life in Detmerode hatte sich allerdings etwas mehr Zulauf in der ersten Woche des Jahres erhofft: „Viele Kundinnen haben uns ,Frohe Weihnachten‘ gewünscht und waren seitdem nicht mehr da.“ Sie setzt jetzt auf den Reha-Kurs, der am 11. Januar startet, und die beiden Balance-Concepts-Rückenkurse (Start: Dienstag, 19., und Freitag, 21. Januar): „Die Kurse waren in den Vorjahren immer ganz schnell ausgebucht, mal sehen, wie es 2022 ist.“

Im Bodybalance in der Wolfsburger Porschestraße ist der Ansturm zum Jahresanfang (noch) ausgeblieben. „Ich gehe davon aus, dass sich der Run nach hinten oder sogar eher ins Frühjahr verschiebt“, meint Studioleiter Volkan Sapmaz. Denn spätestens im März/April möchten viele Kunden eine „Traumfigur für den Sommer“. „Und dann ist noch Zeit, das Versäumte nachzuholen“, weiß Sapmaz, der aber eigentlich empfiehlt, Fitness gepaart mit gesunder Ernährung „langsam und kontinuierlich auf- und auszubauen“.

Derzeit gilt in dem Fitnessstudio die 2G-Regelung. Mit Hilfe der studiointernen App kann man – natürlich anonymisiert – sehen, wie viele Menschen sich aktuell gerade auf der Trainingsfläche befinden. Sapmaz: „Wer kann, sollte besonders wenig frequentierte Zeitfenster nutzen.“

Wolfsburger Nachrichten, 10.01.2022, Seite 15, Stephanie Boy