Vorsfelde Eine fast zehnminütige Torflaute zu Beginn der zweiten Halbzeit hat die Handballer des MTV Vorsfelde am Freitag um ein besseres Ergebnis beim Lehrter SV gebracht. Die „Razorbacks“ gaben die Oberliga-Partie in Lehrte nach Führung aus der Hand, es setzte es eine 25:31 (17:15)-Niederlage.

Vielleicht hat sich die Befürchtung von Daniel Heimann bestätigt. Der MTV-Coach wies im Vorfeld der Begegnung seiner Vorsfelder in Lehrte darauf hin, dass der Freitag als Spieltag seine eigenen Herausforderungen beinhalte. Nach einem anstrengenden Arbeitstag sei es schwierig, spät am Abend noch mal eine Höchstleistung abzurufen, merkte Heimann an. Ist das die Erklärung für den teilweise fahrigen Auftritt beider Teams? Oder war es das hohe Tempo, das die Mannschaften anschlugen?

In jedem Fall entwickelte sich eine Begegnung mit zahlreichen Ballverlusten. „Das war vor allem im ersten Durchgang ein offener Schlagabtausch“, berichtete Heimann. „Beide Teams haben sich technische Fehler geleistet und die wurden bestraft.“ MTV-Kapitän Marius Thiele erklärte: „Das Spiel war in der ersten Halbzeit sehr schnell, es ging zügig hin und her.“ Weniger die Vorsfelder als vielmehr der SV sind verantwortlich dafür gewesen: „Lehrte hat aufs Tempo gedrückt. Oft kamen wir nicht mal zum Angriff-Abwehr-Wechsel“, kommentierte Thiele.

Nach der Pause kam vom MTV Vorsfelde in Lehrte etwas zu wenig – insbesondere in der Offensive.                                              <b>Helge Landmann</b>                                              regios24
Nach der Pause kam vom MTV Vorsfelde in Lehrte etwas zu wenig – insbesondere in der Offensive. Helge Landmann regios24

Während sich die Spielberichte von Coach und Mannschaftsführer deckten, gingen die Einordnungen der ersten Hälfte auseinander. Heimann: „Das war kein Handball-Leckerbissen.“ Thiele hob hervor, dass viele Tore fielen: „Das war eine ansehnliche Partie.“ Unstrittig: Der MTV nahm eine 17:15-Führung mit in die Kabine. „Wir waren im Soll“, sagte Thiele.

Keine zehn Spielminuten später sah das völlig anders aus. Die ersten vier Tore nach dem Seitenwechsel erzielte Lehrte. Es brauchte fast zehn Minuten, eine Heimann-Auszeit und einen Siebenmeter von Lars Hoffmann, ehe es die „Razorbacks“ in der zweiten Hälfte auf die Anzeigetafel schafften. Aus dem 17:15 war ein 18:19 geworden, kurz darauf lag der MTV 20:23 zurück (44. Minute). „In der Phase hat sich das Blatt gewendet“, erklärte Thiele. Heimann war erstaunt: „Eigentlich ist die zweite unsere Halbzeit.“

Gebrochen war der Widerstand der Gäste aber noch nicht. Die Vorsfelder kämpften, arbeiteten sich auf 23:24 heran. Michel Sperling war mit zwei Treffern binnen einer Minute hauptverantwortlich für den Anschluss. Der Ausgleich schien möglich. Das Tor zum 24:24 wurde dem MTV jedoch aberkannt. „Die Schiedsrichterentscheidung war unglücklich“, sagte Heimann. Lehrte nutzte die Aufregung, zog auf 27:23 (51.). „Das Momentum war wieder beim SV“, erklärte Heimann. Den Vier-Tore-Rückstand in der Schlussphase noch auszugleichen, erforderte ein riskanteres Spiel. „Wir haben mit offenem Visier gespielt“, berichtete Thiele. „Die Niederlage ist deshalb um ein paar Tore zu hoch ausgefallen.“

Verdient war sie jedoch. „Lehrte war souveräner“, sagte Thiele. Heimann stimmte dem zu. „Der SV hat mit viel Routine agiert, einfacher gespielt.“ Der Coach kritisierte insbesondere die mangelnde Genauigkeit im Spiel seiner Mannschaft. „Die Präzision im Passspiel hat gefehlt. Wir haben Lehrte zu oft den Ball in die Hand gespielt, sie zu Tempogegenstößen eingeladen“, sagte Heimann. „Die zweite Halbzeit war ähnlich schwach wie der Auftritt bei der HSG Schaumburg-Nord.“

MTV Vorsfelde: Weber, Hoch – Schwarz, Aselmann, Bransche (5), Mbanefo (1), Thiele (2), Sievert, Frädermann (4), Schilling (2), Hoffmann (5), Bock (1), Sperling (5).

von Kilian Symalla Wolfsburger Nachrichten, 07.02.2022 Seite 35