Der Handball-Oberligist MTV Vorsfelde empfängt Stadtoldendorf mit dem serbischen Top-Spieler Milan Vuckovic.

Reicht es den Top-Torschützen auszuschalten, um den TV 1887 Stadtoldendorf zu stoppen? Oder ist das zu einfach gedacht? Daniel Heimann, Trainer der Handballer des MTV Vorsfelde, meint vor der Begegnung mit dem TV (Samstag, 18.30 Uhr), der alleinige Fokus auf Milan Vuckovic sei riskant. Die Handballer Stadtoldendorfs seien mehr als nur Vuckovic.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Der mit Abstand beste Spieler im Aufgebot des TV 1887 heißt Milan Vuckovic. Als einer von mehreren international erfahrenen Neuzugängen ist Vuckovic derjenige, der voll eingeschlagen ist. Der 2,07-Meter-Hühne wechselte im Sommer 2020 nach Stadtoldendorf. In seiner ersten vollständigen Saison ist der Serbe zum Dreh- und Angelpunkt des Aufsteigers von 2019 geworden.

Vuckovic ist kaum aufzuhalten

In bisher 16 Spielen erzielte der 29-Jährige 140 Tore, das entspricht einem Schnitt von knapp neun Treffern pro Partie. Zuletzt war Vuckovic für fast die Hälfte der TV-Tore verantwortlich. Gegen Duderstadt (21:21) und Söhre (24:34) kam er auf jeweils zehn Treffer. „Vuckovic trifft sehr zuverlässig und bestimmt das Spiel des TV“, sagt Vorsfeldes Mannschaftsführer Marius Thiele. „Er zieht die Strippen.“ Der Serbe ist mit seiner Physis und Abschlussstärke kaum aufzuhalten.

Doch ist das überhaupt nötig? Muss man Vuckovic stoppen, um den TV 1887 zu besiegen? Thiele meint: nicht unbedingt. „Vuckovic kann gerne zweistellig treffen. Wenn wir die anderen in Schach halten und selbst am Ende mehr Tore erzielt haben, ist mir das recht.“ Vorsfeldes Trainer sieht auch keine Notwendigkeit, dem Serben einen Sonderbewacher an die Seite zu stellen. „Wenn wir Vuckovic kurz nehmen, eröffnet das Räume für seine Mitspieler“, erklärt Heimann. „Einen solchen Top-Mann vollständig auszuschalten, ist ohnehin nicht möglich.“ Der Chefcoach verweist darauf, dass es seinem Team im Hinspiel gut gelungen sei, die Kreise des Shooters einzuengen. „Damals haben wir vieles richtig gemacht“, merkt Heimann an. Acht Treffer, davon zwei Siebenmeter, erzielte Vuckovic beim ersten Aufeinandertreffen Ende Oktober (34:26).

Heimvorteil bringt Extraprozente

Zwar fehlen nun mit Lars Hoffmann und Jakob Nowak zwei Schlüsselspieler, die mitverantwortlich waren für den Auswärtserfolg. Doch haben die Eberstädter nun den wichtigen Heimvorteil. „Der TV ist heimstark, hat eine Halle, in der es unangenehm ist für Gastmannschaften“, erklärt Thiele. Im Eichholz hingegen schaffen es die „Razorbacks“, die Extraprozente aus sich herauszuholen. „In eigener Halle tun wir uns leichter“, betont der MTV-Mannschaftsführer.

MTV Vorsfelde sammelt für Kriegsopfer

Die Vorsfelder Fans sind an diesem Samstag nicht nur angehalten, das Team, sondern auch die Spendenaktion „Gutes Herz e.V.“ zu unterstützen. Der Verein sammelt für die ukrainischen Kriegsopfer, die Vorsfelder Handballer wollen helfen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, betont MTV-Manager André Frerichs. Heimann verspricht: „Es bleibt nicht beim einfachen Geldsammeln. Wir haben noch eine Überraschung vorbereitet.“

MTV Vorsfelde – TV 1887 Stadtoldendorf, Samstag, 18.30 Uhr, Sporthalle im Eichholz.


Kylian Symalla, Wolfsburger Nachrichten, 09.03.2022