Der MTV Vorsfelde (in Blau) reist am Samstag (wohl) zum Tabellenzweiten.

Als Dritter reisen die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde zum Tabellenzweiten MTV Großenheidorn. Womöglich jedenfalls.

Auf ganze zwei Partien im Jahr 2022 kommt der MTV Großenheidorn bisher. Kein Team der Handball-Oberliga hat so viele Spiele verlegt wie die Wunstorfer. Für den MTV Vorsfelde eine schwierige Situation: Wie bereitet man sich vor, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Gegner kurzfristig absagt?

Einmal Ende Januar und einmal Ende Februar, jeweils in eigener Halle – mehr Begegnungen hat Großenheidorn in diesem Jahr nicht bestritten. Der Tabellenzweite ist die Nummer 1 des Verschiebungs-Rankings. „Ich frage mich, wann der MTV die ganzen Partien nachholen will“, sagt Vorsfeldes Mannschaftsführer Marius Thiele. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Zwar hat der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) beschlossen, die Saison bis in den Juni hinein zu erweitern. Doch wird es auch mit zwei Wochen mehr knapp. „Großenheidorn wird einige Englische Wochen spielen müssen“, sagt Thiele.

Genau das wollen sie in Vorsfelde vermeiden. Der MTV will die Partien durchziehen, die angesetzt sind. „Unter der Woche zu spielen, ist mit vielen Nachteilen verbunden“, betont Thiele. Ist werktags ein Auswärtsspiel nachzuholen, sei die Anfahrt das Problem. „Abends, nach der Arbeit, noch längere Fahrten zu machen, ist undankbar“, erklärt Thiele. Doch auch Heimauftritte unter der Woche sind nicht zu vergleichen mit Samstagsspielen. „Werktags kommen deutlich weniger Zuschauer“, sagt Thiele. „Da fehlen uns Einnahmen aus dem Ticket- und Getränkeverkauf.“ Müssen mehrere Partien vom Wochenende auf Wochentage verlegt werden, ginge das schnell in die Tausende Euro. „Das ist schwer zu verkraften“, betont der Mannschaftsführer.

Er fordert seit Wochen ein entschlosseneres Vorgehen des HVN. Die derzeitigen Regelungen machen es den Vereinen leicht, Spiele zu verlegen. Drei Positivtests sind notwendig, eine Kontrolle der Tests findet allerdings nicht statt. Einige Teams nutzen das aus. „Ich erwarte, dass der HVN endlich ein Machtwort spricht“, betont Thiele. Die Eberstädter sind entschlossen, die Spielzeit regulär und vollständig zu Ende zu bringen. „Wir sind auch dann angetreten, wenn wir zwei, drei Corona-Fälle hatten“, erklärt Thiele. „Die Oberliga-Vereine haben Kader von mindestens 14 Spielern. Da finden sich ganz bestimmt neun oder zehn einsatzbereite Akteure.“

Die Vorbereitung auf das Topspiel am Samstag, Zweiter gegen Dritter, ist für die „Razorbacks“ mit viel Unsicherheit verbunden. „Das ist eine schwierige Situation“, findet Thiele. „Wir bereiten uns vor, müssen aber befürchten, dass kurzfristig die Absage kommt.“

Wolfsburger Nachrichten, 16.03.2022