Handball-Oberliga: Vorsfelde mit großer Chance zum Remis – Dreimal Rot in Schlussphase

Volle Halle, enges Duell: Aber am Ende setzt sich der VfB Fallersleben gegen den MTV Vorsfelde durch.Foto: Britta Schulze

Von Kerstin Geffers

Fallersleben. Zweimal wurde das erste Derby in der Handball-Oberliga zwischen dem VfB Fallersleben und dem MTV Vorsfelde nun schon verlegt, beim dritten Anlauf hat es endlich geklappt – und das Warten hat sich gelohnt: In einem engen und bis zum Schluss spannenden Spiel setzte sich Fallersleben mit 25:24 (10:11) in einer ausverkauften Halle am Windmühlenberg vor rund 500 Zuschauenden gegen Vorsfelde durch, das aus Solidarität in den Nationalfarben der Ukraine spielte. Vor dem Anpfiff wurde zudem auch noch Marco Frerichs verabschiedet, der im Februar vom VfB zum MTV gewechselt war.

Vorsfelde war zu Beginn sichtlich nervös, die Stimmung aufgeheizt, den Gastgebern gelang so ein Start nach Maß: Nach sechs Minuten stand’s 6:2 für Fallersleben, das sich in der Folge aber einige technische Fehler und Ballverluste leistete. Vorsfelde, nun besser im Spiel, nutzte diese aus, holte auf und ging seinerseits nach rund 25 Minuten erstmals mit 9:8 in Führung, die auch zur Halbzeitpause Bestand hatte. Dass im ersten Durchgang nur 21 Tore gefallen waren, lag vor allem an den zwei extrem starken Keepern auf beiden Seiten: Sowohl Timon Wilken im Fallersleber Kasten als auch Thomas Krüger aufseiten des MTV zeigten Super-Paraden.

Es blieb in der Folge bis zum Schluss spannend. Drei Minuten vor Ende hatte sich Fallersleben auf 25:21 abgesetzt, dann wurde es wild. Erst sah VfB-Rückraumspieler Bert Hartfiel nach einem Foul an Marius Thiele Rot, dann musste auch Vorsfeldes Paul Mbanefo wegen seiner dritten Zeitstrafe runter – und Fallerslebens Luis Fuhlrott sah ebenfalls glatt Rot: Er schubste Michel Sperling in der Luft. Vorsfelde hatte in der Folge sieben Sekunden vor Schluss per Siebenmeter die dicke Chance zum Ausgleich, doch Hannes Bransche versagten die Nerven. Derby-Sieg für den VfB!

„Die letzten sechs, sieben Minuten war ich aufgrund der Roten Karten nicht zufrieden“, sagte VfB-Coach Mike Knobbe, aber: „Ansonsten war es ein verdienter Sieg für uns, das war Werbung für den Sport. Und das Ergebnis zeigt, dass wir beim VfB etwas aufbauen können.“ Sein Gegenüber, Daniel Heimann, war angesichts des knappen Spielverlaufs natürlich enttäuscht. „Ein Remis wäre verdient gewesen, dass der Siebenmeter nicht reingeht, ist eben Pech. Aber ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf.“ Nach der Corona-bedingten Pause habe dem Team am Ende auch ein wenig die Kraft gefehlt, so der MTV-Coach, der das aber nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen wollte. „Glückwunsch an Fallersleben, aber es gibt ja auch noch ein Rückspiel…“

VfB: Schmidt, Wilken, Lührs – Hoffmann (3), Tangermann, Hartfiel (9), Wolff, Schroeter (4), Lopez (4), Fuhlrott, Behrens (2), Ranogajec (3).

MTV: Weber, Krüger – Schwarz (2), Aselmann (4), Frerichs, Bransche (3), Mbanefo (2), Thiele (10), Sievert, Schilling (2), Günther, Sperling (1).

Wolfsburger Nachrichten 13.04.2022, Seite 28