
Viel Arbeit kommt auf Milan Vuckovic (Mitte) und den MTV Vorsfelde gegen Alfeld zu. H. Landmann rs24
Handball-Regionalliga: Die „Razorbacks“ haben die SV Alfeld zu Gast – und wollen sich ein Polster anlegen. Die Erkältungswelle ist abgeebbt.
Vorsfelde Erst der Sieg am Grünen Tisch, dann der Auswärtserfolg im fernen Nordwesten – und jetzt der erste Punktgewinn in der neuen Heimat? Die Regionalliga-Handballer des MTV Vorsfelde haben am Samstag (19.30 Uhr) in der Sporthalle der Carl-Hahn-Schule gegen die SV Alfeld den perfekten Saisonstart im Visier. Nach überstandener Erkältungswelle sind die „Razorbacks“ bereit und noch stärker als beim Sieg in Oldenburg.
Die knappe Heimniederlage gegen die TSV Burgdorf II ließ das MTV-Management kalt. Ärgerlich ja, aber kein Weltuntergang – so die Einschätzung der Vorsfelder Verantwortlichen. Vermutlich ahnte Sportchef André Frerichs bereits, dass die Begegnung mit der Bundesliga-Reserve aus Hannover in die Nachspielzeit gehen und sein MTV dann Vorteile haben würde. In der Tat: Vorsfelde legte Protest gegen die Spielwertung ein und war erfolgreich. Burgdorf hatte einen nicht spielberechtigten Akteur aufgeboten. Die zwei Punkte blieben in der Eberstadt.
Eine Woche später legten die „Razorbacks“ nach – diesmal ohne Einspruch und Verbands-Einschreiten, aber mit viel Arbeitseinsatz. Den 28:25-Auswärtssieg beim TvdH Oldenburg mussten sich die Vorsfelder verdienen. „Das war kein schöner Sieg, es ging allein über den Kampf“, sagt MTV-Anführer Paul Mbanefo. Dem neuen Vorsfelder Kapitän liegen solche Partien. Mbanefo gilt als leidenschaftlicher und einsatzwilliger Führungsspieler. Der Sieg in Oldenburg war einer nach Mbanefos Geschmack.
Zumal sich die Vorsfelder nicht nur dem Gegner, sondern auch einer schweren Erkältungswelle erwehren mussten. Mehrere Spieler waren in der Vorbereitung auf die Oldenburg-Reise betroffen, auch Mbanefo war angeschlagen und musste mit dem Training aussetzen. Yannik Schilling und Jannic Steinke wurden nicht rechtzeitig fit, fuhren nicht mit zum TvdH. „Wir waren dezimiert“, blickt Mbanefo zurück. Dass die Vorsfelder das Duell in der Schlussphase entschieden, spricht für die körperliche Verfassung und den Siegeswillen des MTV. „Zwischendurch mussten wir mal Luft holen, aber in der Crunchtime waren wir da und haben Tempo gemacht“, lobt Interimscoach Frerichs.
Nach dem Sieg herrschte Erleichterung. Mbanefo: „Es ist ein gutes Gefühl, mit vier Punkten aus zwei Spielen in die Saison zu starten.“ Gleichzeitig sei Vorsicht geboten. „Es ist absehbar, dass wir vor einer schweren Saison stehen. In dieser Regionalliga wird einem nichts geschenkt.“
Mit den ersten Punktverlusten ist spätestens im Oktober zu rechnen. Dann stehen die Auswärtsspiele in Großenheidorn und Lehrte, später in Nienburg auf dem Programm. „Das wird hammerhart“, sagt Frerichs. Der Coach will deshalb vorlegen. Gegen Alfeld ist ein Sieg nicht verhandelbar. „Die Punkte müssen einfach in Vorsfelde bleiben, egal wie“, betont Frerichs. Mbanefo stellt sich auf erneut viel Arbeit ein. „Alfeld ist physisch stark, hat einen großen Mittelblock. Wir müssen dorthin gehen, wo es wehtut, den Kontakt suchen und die Duelle für uns entscheiden.“
Personell dürfte sich die Lage bis Samstag entspannt haben. Schilling und Steinke sollten zurückkehren, auch Paul Mattes Ludwig könnte auf seine ersten Einsatzminuten in dieser Saison kommen. Frerichs: „Wir werden einen breiteren Kader haben.“
Wolfsburger Nachrichten – Gifhorner Rundschau, Seite 26, 12.09.2024