von Maik Schulze – AZ/WAZ – 28.09.2025
25 (!) erzielte Tore zur Pause gegen die verlustpunktfreien Gäste: Der MTV Vorsfelde nahm Northeim zunächst auseinander – und musste doch noch zittern. Wer für Coach Niklas Wosnitza der Matchwinner war, wer zum zweiten Mal Rot sah, wer sich verletzte.
Wolfsburg. Was für ein Handball-Spektakel am Samstagabend in der Sporthalle der Carl-Hahn-Schule in Wolfsburg: Der MTV Vorsfelde setzte sich in einem hochklassigen Regionalliga-Duell mit 35:33 (25:19) gegen den bislang ungeschlagenen Northeimer HC durch. Die ersten 30 Minuten bildete das Fundament für den Heimsieg – auch wenn es in der Schlussphase noch einmal unnötig spannend wurde.
Keine Luft zum Druchatmen
„Das war die beste Halbzeit, die wir je unter meiner Leitung gespielt haben. Überragend“, lobte Trainer Niklas Wosnitza. Tatsächlich war die erste Hälfte ein Offensiv-Feuerwerk. Mit 25 Treffern in 30 Minuten spielte Vorsfelde wie entfesselt – gegen einen Gegner, der bis dato noch keinen Punkt abgegeben hatte.
Von Beginn an präsentierten sich die Razorbacks hellwach und aggressiv in der Offensive. Auch eine frühe minutenlange Unterbrechung – Northeims erster Torschütze Joe Schuster hatte sich an der Schulter verletzt und fiel aus – brachte Vorsfelde nicht aus dem Takt. „Wir haben am Anfang mit vier Rückraumspielern gespielt, haben ihnen in so einem Schneid abgekauft“, sagte Wosnitza. Nach einer schnellen 4:2-Führung (4.) entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams ein hohes Tempo an den Tag legten. Der MTV zog ab der 10. Minute aber erstmals spürbar davon, angeführt von Lasse Giese und Jakob Nowak setzte sich das Team, das fast im Minutentakt traf, auf 25:19 zur Pause ab. Selbst als Northeim Giese per Sonderbewachung aus dem Spiel genommen hatte, traf Vorsfelde immer weiter.
In der Pause gab‘s vom Coach Lob fürs Team, aber auch eine Warnung: „Es kommen noch 30 lange Minuten auf uns zu.“ Und sie wurden lang. Sehr lang. Vorsfelde sollte nur noch zehn Mal treffen. Trotz eines komfortablen 30:24-Vorsprungs (41.) entschied der MTV die Partie nicht frühzeitig für sich. Die Gastgeber verwarfen unter anderem zwei Siebenmeter und ließen Northeim („Ihr Keeper hat in der zweiten Hälfte überragend gehalten”) zurück ins Spiel kommen. Die Gäste verkürzten in den letzten zehn Minuten Tor um Tor und kamen bis auf 33:34 (60.) ran.
Nur gut, dass Vorsfeldes Keeper Nick Weber in dieser Phase mit seinen Paraden dafür sorgte, dass die Partie nicht kippte. Zudem füllte Nowak nicht nur die Stelle des Norwegers Snorre Grading (kassierte im vierten Spiel zum zweiten Mal nach einem Foul glatt Rot – „Der Platzverweis war unstrittig“) in der Deckung aus, sondern übernahm auch vorn weiterhin Verantwortung und traf zum erlösenden 35:33. „Für mich ist Jakob der Spieler des Spiels“, sagte Wosnitza, der monierte: „Wir müssen da nicht so eine Hektik hinten raus haben. Das war unnötig spannend, ist aber ein Entwicklungsprozess.“
Einziger Wermutstropfen an einem gelungenen Handballabend: Vorsfeldes Peter Balint Vincze musste mit Fersenproblemen ausgewechselt werden. Ob und wie lange der Ungar ausfällt, bleibt abzuwarten.
Mit nun zwei Siegen in Folge (4:4 Punkte) geht‘s am kommenden Samstag (19.30 Uhr) zum punktlosen Schlusslicht TV Cloppenburg.
MTV: Weber, Schmidt, Krüger – Giese (9), Nowak (7), Schwarz (6), Gronde (4), Perl (4/2), Unger (2), Steinke (2), Behrens (1), Vincze, Wagner, Lopez, Grading, Siggelkow.