von Florian Schulz/WAZ/22.06.2026

Wolfsburg/Vorsfelde. Der VfL Wolfsburg e.V. und der MTV Vorsfelde: Das sind schon seit vielen Jahren die beiden Handball-Flaggschiffe in der VW-Stadt! Seit dem 1. April haben sie sich zusammengeschlossen und werden in der kommenden Saison unter der Bezeichnung HSG Wolfsburg-Vorsfelde auflaufen – das gilt allerdings vorerst nur für den weiblichen Bereich und für ein Jahr auf Probe.

Die VfL-Handballerinnen beendeten die vergangene Oberliga-Saison als Achter, spielten bis vor wenigen Jahren sogar noch drittklassig. Die Grün-Weißen verfügen auch über eine zweite Frauen-Vertretung, die als Vorletzter aus der Verbandsliga in die Landesliga runtergeht. Letztere hätte zwar in der aktuellen Spielklasse bleiben können, entschied sich aufgrund eines personellen Umbruchs jedoch für einen freiwilligen Rückzug. Um zukunftssicher planen zu können, fehlt dem VfL der Nachwuchs. Da wiederum kommen die Vorsfelder ins Spiel. Im weiblichen Bereich verfügte der MTV zuletzt über eine A-, zwei C- sowie jeweils eine D- und E-Jugend-Vertretung. Allein die HSG umfasst in der neuen Saison zwölf Mannschaften, in denen zwischen 150 und 200 Spielerinnen aktiv sein werden. Dagegen spielten die Damen aus der Eberstadt bislang „nur“ in der Landesliga, gehen als neue Drittvertretung freiwillig – damit sie nicht gemeinsam mit der Zweiten in einer Liga spielen – eine Etage nach unten. 

Durch Hallen-Teilung zusammengerückt

Klar ist: Beide Vereine werden voneinander profitieren und wollen im Verbund so hochklassig wie möglich spielen. Offiziell gemeldet sind die HSG-Teams seit Mitte Mai, die Idee entstand aber schon weit zuvor. Im Dezember setzten sich beide Vereine erstmals gemeinsam an einen Tisch und diskutierten über eine mögliche Zusammenarbeit. „Dadurch, dass wir uns in den vergangenen beiden Jahren mit dem MTV eine Halle geteilt haben, sind wir automatisch enger zusammengerückt“, berichtet VfL-Abteilungsleiterin Josefin Meyer. „Wir haben einen Zusammenschluss als Chance gesehen, den Handball in der Stadt mehr aufleben zu lassen.“ 

Wir haben einen Zusammenschluss als Chance gesehen, den Handball in der Stadt mehr aufleben zu lassen.

Josefin Meyer

VfL-Abteilungsleiterin

Es sei zwischen beiden Klubs eine Harmonie entstanden – „wir haben herausgefunden, dass wir zusammenpassen“. Meyer ging daraufhin auf VfL-Vorständin Wiebke Bachmeier zu, die von der Idee eines Zusammenschlusses ebenso schnell begeistert war. Das liegt auch daran, dass die Grün-Weißen seit mehr als zehn Jahren keinen Nachwuchsbereich mehr betreiben. „Das zeigt, dass zwei Vereine zusammenarbeiten und etwas Starkes auf die Beine stellen können“, betont Bachmeier. „Zudem brauchen wir natürlich auch Nachzügler für unsere Damen-Mannschaften.“ 

Ziel: Teams mit Spielerinnen aus der Region

Es handelt sich allerdings zunächst einmal um eine Art Pilotprojekt, begrenzt auf ein Jahr. „Wir müssen schauen, wie es läuft“, sagt MTV-Vorsitzender Fabian Vandrey. Er geht positiv gestimmt in das kommende Jahr: „Unser Ziel ist es, Frauenmannschaften, bestehend aus Spielerinnen aus der Region, zu bilden, die sich mit der Stadt identifizieren und dazu ihre Familie mit zum Handball bringen“, erklärt Vandrey. Er ist froh, hoffnungsvollen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs nun endlich die Chance geben zu können, auch im Damenbereich in der eigenen Stadt spielen zu können. Die Mannschaften werden ihre Heimpartien sowohl in der Halle der Carl-Hahn-Schule als auch im Vorfelder Eichholz austragen. Es soll zudem Gemeinschaftsspieltage mit den Männern geben, damit daraus eine echte „Familienveranstaltung“ wird und auch dort ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht.

Bevor die MTV-Männer, aktiv in der Regionalliga, und die VfL-Damen ihre Heimspiele gemeinsam in der Halle der Carl-Hahn-Halle austrugen, habe es keine wirklichen Berührungspunkte zwischen den Klubs gegeben. „Allerdings haben wir dann schnell zusammengefunden“, betont Meyer. Alle drei Damenteams würden langfristig gern eine Spielklasse nach oben klettern. Sie bleiben personell im Vergleich zur Vorsaison nahezu unverändert, lediglich zwischen Zweit- und Drittvertretung gibt‘s den einen oder anderen Tausch. Auch der Nachwuchs – Franziska Eichner wird sowohl die weibliche A- als auch die B-Jugend coachen – soll Schritt für Schritt herangeführt werden. Dafür wird‘s laut Eichner sogenannte Spezialisten-Trainingseinheiten geben.

Neues Logo mit großem Zuspruch 

Auch ein Logo ist mittlerweile entworfen und sorgt direkt für großen Zuspruch. Glücklicherweise fand sich für die Gestaltung ein Werbeteam, dessen Geschäftsführer als Trainer in Vorsfelde arbeiten. Auf das neue Emblem haben sich ein Wolf und ein Eber „geschlichen“, ebenso deutlich sichtbar sind die Zinnen als Merkmal des Wolfsburger Schlosses. „Als ich das T-Shirt mit dem neuen Logo die ersten Male getragen habe, kamen direkt Nachfragen von den Eltern, wann es Artikel damit gibt“, erzählt Vandrey mit einem Schmunzeln