von Frank Kuwert-Behrenz

Am 27.06.26, einem Samstag, laut Statistik dem heißesten Tag in Deutschland seit der Wetteraufzeichnung, mussten die Faustballer des MTV Vorsfelde in Empelde zum Spieltag gegen den TUS Spenge und die Hausherren aus Empelde, einem Stadtteil von Hannover, antreten. Austragungsort ein frisch gesandeter Rasenplatz ohne jeglichen Schatten. Temperaturen zu Spielbeginn um 17.00 Uhr, 42,5 Grad Celsius, nicht Fahrenheit, in der Sonne, mithin auf dem Spielfeld. Im ersten Durchgang war der MTV als Schiedsrichter gefordert, also aller Teammitglieder standen zumindest zeitweise, zB an der Linie, in der Sonne. Durchgang zwei und drei wurden selbst bestritten. Dauer der Veranstaltung  16.45 – 19.53 Uhr Temperatur am Ende der Veranstaltung 35,5 Grad, immer noch Celsius, also wirklich nur maginal kühler. Viel geschrieben zur Einstimmung auf die äußeren Bedingungen. Und ja, selbst für Faustballer tatsächlich  mehr als nur kuschelig warm. Auf dem Heimweg waren Sieg und Niederlage (2:2 Punkte) im Gepäck und die Erkenntnis mit jeder Mannschaft der Liga mithalten zu können.

MTV Vorsfelde – TUS Spenge    3;1   ( 8:11; 11:8; 12:10; 11:7 )

MTV Vorsfelde – TUS Empelde  1:3   ( 11:5; 9:11; 8:11; 8:11 )

Im Spiel gegen Spenge war Vorsfelde trotz des verlorenen 1. Satzes Chef im Ring. Jedem noch so gut vorgetragenen Angriff des Tabellenfünften wurde die richtige Antwort erteilt. Die Mannschaft spielte sich in einen  Flow und agierte mit sehenswerten immer wieder optimal gelungenen Spielzügen und Kombinationen. Über die gesamte Dauer des Spieles wurde hochkonzentriert gespielt und durch starke, kämpferische Momente die Moral des Gegners niedergerungen. Egal was Spenge versuchte, Vorsfelde hatte die besseren Argumente. Der daraus resultierende Spielgewinn mit 3:1 Sätzen, wurde gebührend bejubelt, endlich war das Pendel zu Gunsten der Eberstädter ausgeschlagen. Endlich gab es Zählbares auf der Habenseite. Jetzt schien Alles möglich und im 1.Satz des zweiten Spieles gegen den Tabellenzweiten aus Empelde legte Vorsfelde mit 11:5 los wie die Feuerwehr. Empelde wurde regelrecht an die Wand gespielt und musste den zuvor durchgeführten taktischen Wechsel wieder rückgängig machen. Im zweiten Durchgang des Spiels waren die Karten daher neu gemischt, doch auch jetzt gelang es Vorsfelde eine leichte Führung herauszuspielen. Die Hausherren konterten jedoch und gingen ihrerseits leicht in Führung. Das Spiel gestaltete sich auf Augenhöhe, hervorragende Ballwechsel und lange Ballstafetten waren zu sehen. Die Aktionen zerrten, vor allem dem tropischen Temperaturen geschuldet, da halfen auch keine zusätzlichen Trinkpausen, zusehends  an den Kräften der Akteure. Mit etwas Glück entschied Empelde dann den 2. Satz mit 11:9 für sich. Vorsfelde ging so in den sechsten Satz in Folge, während Empelde pausiert hatte und mit einem Satz weniger belastet war. Dazu zeigte sich, dass die sehr junge Mannschaft den Unbillen des Wetters etwas besser gewachsen war und so gewannen die Hausherren langsam die Oberhand. Auch die Durchgänge drei und vier blieben dennoch spannend und hart umkämpft.   „Aufgegeben hat keiner im Team“  ist das eindeutige Resümee des Trainers. Alles wurde versucht, Positionswechsel, wechselnde Änderungen der Aufgaben im Angriff und auch die taktische Einwechselung von Finn Strigan wurde probiert. Letztendlich musste man sich aber dem TUS Empelde in zwei weiteren 8:11 verlorenen Sätzen geschlagen geben. Dennoch, auch von den zahlreich mitgereisten Fans und Angehörigen getragen, war das eine tolle Leistung. Bei auch objektiv betrachtet äußeren Bedingungen, mit stark gesundheitsgefährdenden Charakter, ist die Mannschaft über sich hinaus gewachsen und als echtes Kollektiv aufgetreten.     Am kommenden Wochenende wird die Aufgabe nicht leichter. Nach einer fast dreistündigen Anreise in Richtung Stade/Cuxhaven sind der Tabellenführer TKH Hannover und der dritte der aktuellen Tabelle TSV Abbenseth als Gastgeber die Gegner. Die Trauben hängen hoch, aber sollte es gelingen die Leistung zu konservieren, sollten am Samstag ein paar davon gepflückt werden können.