Handball-Oberliga: Leistungsträger mit Knorpelschaden im Knie – Am Samstag erwartet der MTV dann Hameln

Fehlt Vorsfelde: Torjäger Jakob Nowak verletzte sich ohne Fremdeinwirkung und fällt längerfristig aus.foto: Roland Hermstein

Vorsfelde. Sieben Wochen hat Jakob Nowak mit seinen Teamkollegen vom Handball-Oberligisten MTV Vorsfelde auf den Re-Start gewartet. Nach 28 Minuten war für ihn dann schon wieder alles vorbei. Vielleicht sogar für den Rest der Saison. Der Torjäger zog sich am Samstag beim 32:24 gegen den HV Barsinghausen ohne Fremdeinwirkung eine Knieverletzung zu.

Am Montag gab’s die Diagnose: Knorpelschaden. „Der Therapieplan wird noch besprochen. Es gibt unterschiedliche Szenarien. Von einer Ausfallzeit von sechs Wochen bis gefühlt zu einem Jahr ist alles drin“, sagt MTV-Trainer Daniel Heimann vorm Heimspiel gegen den VfL Hameln am Samstag (18.30 Uhr).

Nowak – im Angriff ein Torgarant (mit 67 Treffern zweitbester Vorsfelder, ligaweit auf Platz fünf), in der Abwehr mit einer Führungsrolle versehen. „Das Team ist geschockt, Jakob selbst auch“, sagt Heimann, blickt aber nach vorn: „Es bringt jetzt nichts den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich ist Jakob ein Leistungsträger – ich weiß aber, dass wir 14 Mann auf der Bank haben. Von denen kann jeder die Verantwortung tragen.“

Wichtig für den Kopf: Dass es auch ohne Nowak funktionieren kann, hat der MTV direkt gegen Barsinghausen bewiesen, machte da aus einem Ein-Tor- einen Acht-Tore-Vorsprung. Auch, weil sich das viele Athletik- und Krafttraining in der verlängerten Winterpause ausgezahlt hat.

Der Ausfall des Leistungsträgers – „wir nehmen das als Aufgabe an“, sagt Heimann, der sein Team nun auf Hameln vorbereitet. Die Partie gegen Barsinghausen hat – den Schockmoment der Verletzung ausgeklammert – allen gut getan. Denn nicht allen Oberliga-Teams war ein Re-Start vergönnt. Zwei der sechs angesetzten Spiele fielen aufgrund von Corona-Fällen aus. „So etwas kann uns natürlich auch passieren, aber wir sind froh, dass wir jetzt wieder Spieltagsluft schnuppern durften – und dann noch gewonnen haben.“

Einen Sieg wünscht sich der Trainer auch gegen Hameln. Das Hinspiel verlor der MTV mit 29:30 – umstritten, weil der Treffer zum 30:30 von den Schiris nicht gewertet wurde, da er zu spät gefallen sei. „Wir haben eine Rechnung offen – und ich meine gar nicht mit Hameln, sondern mit uns selbst“, sagt Heimann. „Wir wollen beweisen, dass Hameln ein Gegner ist, der uns liegt – und das haben wir ja auch im Hinspiel in der zweiten Hälfte bewiesen.“ Ein Sieg am Samstag wäre deshalb auch „ein bisschen Balsam für die Seele“ ums

Wolfsburger Allgemeine, Seite 27, 19.01.22