In der Handball-Oberliga schlägt Vorsfelde die HSG Plesse-Hardenberg mit 38:32.
Der überragende Mann: Rechtsaußen Marius Schwarz erzielte elf Tore beim Sieg des MTV Vorsfelde gegen die HSG Plesse-Hardenberg.  Anja Weber

Vorsfelde Durch ein Tor-Feuerwerk haben die „Razorbacks“ die Oberliga-Spitze erobert. Zwar führen die Handballer des MTV Vorsfelde nicht nach Punkten, wohl aber nach erzielten Treffern die Liga an.

Gegen die HSG Plesse-Hardenberg hätten die Eberstädter fast die 40-Tore-Marke geknackt. 38:32 (21:19) endete die Partie zwischen MTV und HSG.

Daniel Heimann war eigentlich nicht darauf aus gewesen, den Zuschauern im Eichholz ein derart torreiches Spiel zu bieten. Der Trainer der Vorsfelder hatte sich einen etwas anderen Matchplan zurechtgelegt. Doch die Spielanlage von MTV-Gegner Plesse-Hardenberg lud geradezu ein zum Torewerfen. Die Gäste machten Tempo, gingen volles Risiko. Für die Vorsfelder ergaben sich so Räume.

In der Anfangsphase nutzte die vor allem der wieselflinke Außen Marius Schwarz. In den ersten acht Minuten traf er fünf Mal, vier der Treffer warf er innerhalb von 121 Sekunden. Der MTV setzte sich durch die Tore des Flügelspielers von 3:3 auf 7:3 ab und führte kurz darauf dank des sechsten Schwarz-Treffers mit 9:4.

„Der Start war super. Wir haben Marius sehr gut eingesetzt und ihm zu einfachen Toren verholfen“, lobte Heimann. Die Hausherren wähnten sich auf der Siegerstraße. „Ich dachte, wir ziehen es durch“, sagte Heimann. „Aber wir wussten auch, dass Plesse-Hardenberg ein Team ist, das nicht aufgibt.“

Das stellte die HSG noch in der ersten Hälfte unter Beweis. In der 16. Minute war der Vorsprung der Vorsfelder weg, Plesse-Hardenberg glich zum 12:12 aus. Die „Razorbacks“-Abwehr wackelte bedenklich, die Gastgeber leisteten sich Unaufmerksamkeiten. „Die Schnelle Mitte der HSG haben wir nie in den Griff bekommen. Die sind oft genug durch unsere Abwehr spaziert“, kritisierte Heimann. „Dass wir 19 Gegentore in der ersten Hälfte kassieren, hat mich sehr gewurmt.“

In Hälfte 2 waren es nur noch 13, in der Schlussviertelstunde nur fünf Gegentreffer. Für Heimann der Schlüssel zum Sieg: „Wir waren physisch stärker.“ Die Vorsfelder zogen von 28:26 (42.) auf 36:27 (45.) davon. „In der Phase haben wir die Begegnung entschieden“, berichtete Heimann. Torhüter Nick Weber stach mit bemerkenswerten Paraden heraus. „Nick hat uns zuerst die Halbzeitführung gesichert und dann viel Rückhalt gegeben“, lobte der Vorsfelder Trainer.

Plesse-Hardenberg setzte in den Schlussminuten alles auf eine Karte. „Sie haben auf eine offensive 3-3-Deckung umgestellt“, berichtete Heimann. Die Partie blieb unterhaltsam. Das Publikum kam auf seine Kosten. „Das war ein munteres Scheibenschießen“, sagte der MTV-Coach. Die Vorsfelder blieben fokussiert und brachten den Sieg sicher nach Hause. Und das, obwohl die erste Sieben fast durchspielen musste.

Denn mit Yannik Schilling, Jakob Nowak und Ayke Donker waren drei Spieler kurzfristig ausgefallen. Schilling fehlte aus privaten Gründen und Nowak aufgrund einer Oberschenkelzerrung, beide erwartet Heimann am kommenden Wochenende zurück. Donker allerdings wird dauerhaft fehlen. Der Kreisläufer wechselte studienbedingt zu Liga-Konkurrent TV Stadtoldendorf. „Das ist alles fair und in Absprache mit uns gelaufen“, sagte Heimann. Trotzdem besteht nun eine Lücke im Kader: „Wir suchen einen Kreisläufer.“

MTV Vorsfelde : Krüger, Weber – Schwarz (11), Aselmann, J. Thiele (2), Bransche (4), Mbanefo (4), M. Thiele (1), Sievert, Frädermann (1), Hoffmann (11), Sperling (4).

Wolfsburger Nachrichten, Seite 19, 11.10.2021, Kilian Symalla