Vorsfeldes Handball-Oberligist trifft in eigener Halle auf den ambitionierten Tabellenzweiten Großenheidorn.

Von Kilian Symalla

Vorsfeldes Jakob Nowak (Nummer 79) ist derzeit der effizienteste Torjäger der Oberliga.                                              <b>Sebastian Priebe</b>                                              regios24
Vorsfeldes Jakob Nowak (Nummer 79) ist derzeit der effizienteste Torjäger der Oberliga. Sebastian Priebe regios24

Vorsfelde Eine steigende Formkurve, wachsendes Selbstvertrauen, die Zuschauerunterstützung – es spricht vieles dafür, dass sich die Handballer des MTV Vorsfelde am Sonntag als erster Verfolger von Oberliga-Spitzenreiter SF Söhre positionieren können. Das zu verhindern, reist der MTV Großenheidorn, aktuell Zweiter und einer der großen Aufstiegsfavoriten, in die Eberstadt.

Rechtzeitig, so scheint es, haben die „Razorbacks“ zu ihrem Spiel gefunden. „Die Routinen sind wieder da, die Automatismen greifen“, berichtet MTV-Mannschaftsführer Marius Thiele. Wie auch die Konkurrenz hatten die Vorsfelder an den ersten Spieltagen mit fehlender Sicherheit in den Abläufen zu kämpfen. Nach der langen spielfreien Zeit passte es nicht mehr. Beim MTV spürte man das insbesondere in der Defensive. Nach sechs Spieltagen stehen die Vorsfelder noch immer bei im Schnitt mehr als 29 Gegentoren pro Partie.

Nur gut, dass die Offensive die beste der Liga ist. 195 Treffer gelangen den „Razorbacks“ bisher, fast 33 pro Spiel. Und mit Lars Hoffmann und Jakob Nowak hat der MTV die ligaweit gefährlichsten Schützen in seinen Reihen. Hoffmann führt die Torjägerliste mit 51 Toren an, Nowak ist drittplatziert (43), hat aber mit 8,6 Treffern pro Spiel den besten Toreschnitt aller Topschützen.

Die Offensive gab wenig Anlass zur Kritik. Es war eher die Abwehr, die dem Trainerteam Sorgen bereitete. In noch keinem Ligaspiel blieb der MTV unter 25 Gegentreffern. Doch beim TV 1887 Stadtoldendorf waren die „Razorbacks“ nah dran diesem Wert. Beim 34:26-Auswärtserfolg in Stadtoldendorf, dem hochgehandelten Aufstiegsaspiranten, stand die Defensive schon wieder fast wie zu besten Zeiten. „Die Deckung war viel besser, die Abwehr hat geschlossen gearbeitet“, berichtet Thiele. „Wir entwickeln uns gut, machen Fortschritte.“

Doch ausruhen dürfe man sich nicht. Vielmehr müsse man sich weiter steigern, um auch die Großenheidorner Offensive in den Griff zu bekommen. „Wir werden am Sonntag defensiv noch mehr gefordert werden, müssen die Intensität in der Abwehrarbeit weiter hochfahren“, fordert Thiele. Das Hauptaugenmerk wird auf Maurice Nolte liegen, dem Spielmacher Großenheidorns. „Nolte ist wendig, schnell und torgefährlich“, warnt Thiele. „Er zieht die Fäden, setzt seine Mitspieler in Szene.“ Einer, der von Noltes Spielverständnis profitiert, ist Bastian Weiß, der mit 8,2 Toren pro Spiel bester Werfer des MTV ist.

Mit dem Team aus dem Wunstorfer Ortsteil kommt ein Gegner, der sich klar zu seinen Aufstiegsambitionen bekannt hat. „Großenheidorn will in die 3. Liga“, sagt Thiele. Am vergangenen Wochenende musste der bis dahin verlustpunktfreie MTV allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen. Zu Hause unterlag Großenheidorn den SF Söhre mit 21:28. Söhre sprang an die Tabellenspitze. „Die SF nehmen offenbar Fahrt auf“, beobachtet Thiele.

Die „Razorbacks“ liegen nun nur noch einen Zähler hinter Großenheidorn, könnten im direkten Duell Platz 2 erobern. „Das ist ein großer Anreiz“, sagt Thiele. „Wir wollen uns so lange wie möglich oben halten.“ Der MTV-Kapitän ist zuversichtlich, gegen Großenheidorn erfolgreich sein zu können. „Wer in Söhre punktet, kann auch Großenheidorn schlagen.“ Bei den SF nahm Vorsfelde einen Punkt mit (31:31). Und im heimischen Eichholz sind die „Razorbacks“ noch mal eine halbe Klasse besser.

MTV Vorsfelde – MTV Großenheidorn, Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle im Eichholz.

Wolfsburger Nachrichten, Seite 30, 04.11.2021