Vorsfeldes Handballer unter Zugzwang.

Von Kilian Symalla

Marius   Thiele
Marius Thiele

Vorsfelde Die Top 2 drohen zu enteilen, aus dem Tabellenmittelfeld machen mehrere Teams Druck. Die Handballer des MTV Vorsfelde stehen unter Zugzwang. Die Auswärtsaufgabe beim Oberliga-Letzten HSG Schaumburg-Nord ist allerdings nur auf dem Papier eine leichte. „Die HSG kann viel mehr“, warnt MTV-Kapitän Marius Thiele.

Das 33:34 im Spitzenspiel gegen Großenheidorn war ein Dämpfer. Der vorherige Auftritt in Stadtoldendorf sowie das Remis bei Ligafavorit Söhre hatten das Selbstvertrauen wachsen lassen. Und so war der MTV mit Erwartungen in die Begegnung mit dem Tabellenzweiten gegangen, der nach einer 21:28-Heimniederlage gegen Söhre angeschlagen wirkte. Vorsfelde gelang es jedoch nicht, die Gunst der Stunde zu nutzen und Platz 2 zu erobern. In einem „echten Spitzenspiel“, wie MTV-Coach Daniel Heimann befand, entschieden Kleinigkeiten.

Während Heimann einverstanden war mit dem Auftritt seines Teams und eine spielerisch-taktische Einordnung der Leistung angesichts des besonderen Charakters der Begegnung nicht vornehmen wollte, gab die MTV-Leistung Thiele Anlass zur Kritik. „Das waren gegenüber dem Stadtoldendorf-Spiel zwei Schritte zurück“, betont der Kapitän. „Offensiv haben wir viele schlechte Entscheidungen getroffen, vor allem im Rückraum. Defensiv standen wir zu offen, haben zu oft ins Eins-gegen-eins gemusst.“

Die Großenheidorn-Niederlage ist bereits der zweite Punktverlust, der hätte vermieden werden können. Noch immer hadern die Vorsfelder mit der Auftaktniederlage in Hameln. „Wir hätten vier Punkte mehr haben können“, sagt Thiele. So liegen die „Razorbacks“ allerdings deutlich hinter der Spitze, müssen eher zusehen, dass sie Platz 3 gegenüber Lokalrivale VfB Fallersleben verteidigen. „Weitere Aussetzer dürfen wir uns nicht erlauben“, mahnt Thiele.

Ein weiteres Stolperstein-Spiel steht nun an. Der Dritte gastiert beim Schlusslicht, das erst einen Sieg hat einfahren können – eigentlich eine klare Sache. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn Schaumburg-Nord ist kein typischer Letzter. „Die HSG hat eine gestandene Oberliga-Truppe, die in der Vergangenheit im oberen Drittel der Liga anzusiedeln war“, warnt Thiele. „Es wundert mich, dass sie so schlecht gestartet sind.“

Die Konsequenz des ernüchternden Saisonstarts: Coach André Steege trat zurück. Der Trainer kritisierte fehlende Hingabe und Einstellung seiner Mannschaft. In Spiel 1 nach Steege sah es aber wenig besser aus. In Söhre setzte es ein 19:30. Thiele schreibt die HSG allerdings noch lange nicht ab. „Zu Hause werden sie jetzt eine Reaktion zeigen wollen“, erklärt er. „Schaumburg-Nord ist in eigener Halle besonders stark. Das Spielfeld ist eng, und wenn Stimmung aufkommt, ist die HSG schwer zu stoppen.“ Sein Appell an die Vorsfelder: „Wir müssen sehr intensiv arbeiten, die Räume in der Abwehr verdichten.“

HSG Schaumburg-Nord – MTV Vorsfelde , Samstag, 18 Uhr.

Wolfsburger Nachrichten, Seite 31, 11.11.2021