Olympisches Bronze: Judoka Giovanna Scoccimarro jubelte in Tokio.foto: VW

33 Jahre nach VfLer Frank Wieneke hatte sie mal wieder eine Olympiamedaille in die VW-Stadt geholt: Giovanna Scoccimarro. Team-Bronze mit Deutschland nach einem ebenfalls schon beachtenswerten fünften Platz im Einzel in der 70-Kilo-Klasse. Sie stammt aus Lessien, sie blieb der Region immer treu. Auch wenn sie ihren Wohnsitz nach Hannover verlegt hat, wo sie bei VW als Kauffrau für Bürokommunikation arbeitet und im Stützpunkt trainiert. Ihr Einzelstartrecht liegt beim MTV Vorsfelde. Er ist ihr Herzensverein, für ihn startet sie seit Kindesbeinen. Und für ihn holte sie damit auch Olympiabronze mit dem deutschen Judo-Team im Sommer. Giovanna Scoccimarro ist das Aushängeschild im Wolfsburger Sport und inzwischen Vorbild vieler junger Judoka. Mit fünf hatte sie angefangen, zuvor den älteren Brüdern schon vom Mattenrand aus zugeschaut. Zielstrebig ging sie ihren Weg, kämpfte schon als Jugendliche um deutsche Meistertitel, kämpfte in der Bundesliga, wurde international eine Hausnummer, U21-Weltmeisterin und Vize-Europameisterin als U21-Aktive bei den Erwachsenen.

Im Erwachsenenbereich musste sie sich danach kurz hineinbeißen, dann war sie da, verbesserte sich stetig in der Weltrangliste, erarbeitete sich das Olympia-Ticket für das Jahr 2020, musste das dann auch für den Verlegungstermin 2021 behaupten und schaffte das. Ihre ersten Olympischen Spiele waren das Highlight, aber die 24-Jährige, die mehrfach Wolfsburgs Sportlerin des Jahres war, greift auch die nächsten Olympischen Spiele an. „Diese Teamleistung war beeindruckend, es ist eine historische Medaille“, sagte sie nach ihrem Olympiaerfolg. Denn der Mixed-Wettbewerb feierte bei Olympia Premiere. Im November bestätigte sie ihre Form: In Abu Dhabi gewann sie ihren ersten Grand Slam, im Februar startet Scoccimarro beim Grand Slam in Paris.

Wolfsburger Allgemeine, 21.01.2022, Seite 29, rau