Sie sind gewarnt: Marius Schwarz (links) und der MTV Vorsfelde taten sich bereits im Hinspiel lange Zeit schwer gegen die HF Helmstedt-Büddenstedt (rechts Marius Herda).

Handball: Oberligist MTV Vorsfelde muss zu den Handballfreunden Helmstedt-Büddenstedt zum Nachbarschaftsduell.

Zu einem Spielrhythmus kommt man so nicht: Erneut haben die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde unfreiwillig ein freies Wochenende gehabt – mit fadenscheiniger Rechtfertigung, was die „Razorbacks“ zusätzlich frustrierte. Das nun anstehende Derby bei den HF Helmstedt-Büddenstedt wird ziemlich sicher stattfinden – die HF zählen zu den Teams, die die Saison durchziehen wollen.

Bisher sind die Vorsfelder relativ gut durch den Winter gekommen, immerhin 14 Spiele hat der MTV austragen können. Andere Oberliga-Teams stehen bei elf Partien. Doch verglichen mit einer regulären Saison sind 14 absolvierte Begegnungen zum aktuellen Zeitpunkt wenig. Jede weitere Verlegung sorgt da für Unmut. „Es fällt schwer, die Spannung aufrechtzuhalten“, sagt MTV-Mannschaftsführer Marius Thiele.
Es sind nicht nur die spielfreien Samstage. Auch die Ungewissheit belaste. „Man bereitet sich vor, und dann kommt kurzfristig die Spielabsage“, berichtet Thiele. Das sei nachvollziehbar, wenn in einem der beteiligten Teams tatsächlich Positivtests auf Corona vorhanden seien. Doch scheint das nicht immer der Fall zu sein. Aktuell gilt: Es braucht drei Positivtests, um die Verlegung einer Partie zu beantragen. Das Heimspiel der Vorsfelder gegen die TSV Burgdorf III wurde verschoben, weil in Burgdorf ein Fall aufgetreten war. Erst hatte der Verband die Spielverlegung abgelehnt, die TSV aber gab sich damit nicht zufrieden. Schließlich lenkten die Verbandsverantwortlichen ein. In Vorsfelde sorgte das für Verwunderung. „Das war für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Thiele. „So macht es keinen Spaß“, erklärt der Vorsfelder Mannschaftsführer.

Das kommende Wochenende dürfte die „Razorbacks“ etwas beschwichtigen. Dass die Begegnung mit Helmstedt-Büddenstedt verlegt wird, ist fast ausgeschlossen. „Die HF waren tatsächlich hart getroffen von Ausfällen. Aber sie wollen spielen“, betont Thiele. Im nachgeholten Heimspiel gegen den VfB Fallersleben trat Helmstedt-Büddenstedt an, obwohl mehrere Spieler noch nicht wieder topfit waren. Es setzte eine 19:36-Pleite.

Thiele erwartet die HF nun, eineinhalb Wochen später, in besserer Verfassung. „Wir müssen uns auf eine schwere Aufgabe vorbereiten“, warnt der „Razorbacks“-Leader. Am vergangenen Wochenende hat sich der Tabellenzwölfte bereits rehabilitieren können, gegen die SG Börde Handball erkämpften die HF einen 25:24-Heimerfolg. Sind die Topspieler fit, sei Helmstedt ein gefährliches Team, betont Thiele.

Das mussten die Eberstädter bereits im Hinspiel feststellen. Kurz nach der Halbzeitpause lag der MTV noch mit 13:17 zurück, erst im Laufe des zweiten Spielabschnitts drehten sie das Derby (31:27).
17 der 31 Treffer gingen allerdings auf das Konto von zwei Spielern, die diesmal nicht mitwirken: Lars Hoffmann und Jakob Nowak.


Wolfsburger Nachrichten 02.03.2022