Handball: Fallersleben überlegt noch – Heimische Klubs begrüßen die Pläne des Verbands, im September wieder loszulegen

Keine Aufstiegsrunde: Der MTV Vorsfelde (am Ball) wird auch in der kommenden Saison definitiv in der Oberliga starten.Foto: Boris Baschin

Wolfsburg. Die Handball-Saison wurde Mitte Februar annulliert, am dritten September-Wochenende (18./19.) soll die neue Spielzeit starten. In der vergangenen Woche erhielten die Vereine zudem eine schriftliche Abfrage vom Handball-Verband Niedersachsen (HVN), ob Interesse an einer Aufstiegsrunde für die 3. Liga besteht.

MTV Vorsfelde

Der MTV Vorsfelde wird nicht in der Aufstiegsrunde antreten, wie Team-Manager André Frerichs nun bestätigt. „Wir werden das nicht angehen. Sicherlich könnten wir es irgendwie stemmen, aber das finanzielle Risiko ist uns gerade in diesen Zeiten zu groß. Dafür liegt mir der Verein auch zu sehr am Herzen, als dass ich so einen Schnellschuss vornehmen würde“, sagt Frerichs. „Zudem wird unsere Halle aufwendig saniert, da käme zu viel auf einmal auf uns zu.“

Trainer Daniel Heimann lässt durchblicken, dass die Aufstiegsrunde eine reizvolle Aufgabe für ihn und seine Mannschaft gewesen wäre. „Natürlich ist es der Wunsch eines jeden Trainers und Spielers, nach Höherem zu greifen.“ Dennoch blickt Heimann bereits positiv auf die kommende Spielzeit. „Ich rechne damit, dass wir in der kommenden Oberliga-Saison eine ordentliche Truppe zusammenbekommen, die um das obere Tabellen-Drittel mitspielen kann.“ Dass der HVN den Saisonstart bereits terminiert hat, bezeichnet der MTV-Trainer als „Lichtblick. Ob und in welcher Form das alles umsetzbar ist, das ist mehr ein Blick in die Glaskugel“, sagt Heimann. Denn: „Die Pandemie diktiert uns, wie wir überhaupt Mannschaftssport betreiben dürfen. Wir gehen aber optimistisch davon aus, dass wir eine normale Saison spielen können.“

VfB Fallersleben

Die Oberliga-Herren des VfB Fallersleben haben die Entscheidung noch nicht getroffen, ob sie an der Aufstiegsrunde teilnehmen werden. Trainer Mike Knobbe: „Wir müssen uns als Verein Gedanken darüber machen, ob das alles zu bewerkstelligen ist. Die Spieler jedes Mal testen zu lassen, da kommen auch schon einige Kosten auf einen zu.“ Und klar ist auch: „Die Vereine, die an der Runde teilnehmen, müssen das Aufstiegsrecht im Erfolgsfall auch wahrnehmen. Das hat der Verband schon durchklingen lassen. Es geht nicht darum, einfach nur mitzuspielen.“

Knobbe hofft darauf, dass die kommende Spielzeit wie geplant im September starten kann. Aber: „Das Virus kann dem Plan noch einen Strich durch die Rechnung machen. Das ist leider das Haupt-Problem, das wir die ganze Zeit schon haben.“

VfL Wolfsburg

Die Oberliga-Damen des VfL Wolfsburg hatten sich bereits vor der Abfrage des HVN entschieden, nicht an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Trainer Oliver Bült sieht abgesehen von der Pandemie „für den Saisonstart keine weiteren Hürden im Weg liegen“. Bült betont hingegen: „Zu einem früheren Zeitpunkt wäre der Saisonstart aber nicht möglich gewesen, da in vielen Vereinen die Hallen aufgrund der Ferien noch geschlossen sind. Es ist ein gutes Datum, und ich hoffe, dass es dann eine normale Saison geben kann“, sagt Bült. Normal bedeutet für ihn aber auch, „mit Zuschauern, denn die gehören einfach dazu“. hk

Wolfsburger Allgemeine, Seite 28, 08.04.2021