Nach der Niederlage in Hameln haben die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde im Heimspiel gegen den Lehrter SV schon Druck.

Vorsfeldes Kapitän Marius Thiele (r.) hätte den Saisonauftakt in Hameln lieber gewonnen. Mit dem ersten Heimspiel gegen Lehrte und dann in Söhre warten zwei schwierige Brocken auf den MTV.                                              <b>H. Landmann</b>                                              rs24
n Lehrte und dann in Söhre warten zwei schwierige Brocken auf den MTV. H. Landmann rs24Kilian Symalla

Vorsfelde Es könnte ein ungemütlicher Herbst werden für die Handballer des MTV Vorsfelde. Noch ist nicht viel passiert, nur der Oberliga-Auftakt ist daneben gegangen. Aber mit zwei schweren Gegnern vor der Brust ist es nicht undenkbar, dass die „Razorbacks“ nach drei Spieltagen mit 0:6 Punkten dastehen. Mit einem Heimsieg gegen den Lehrter SV wollen die Vorsfelder das Schreckensszenario abwenden.

Die 29:30-Niederlage in Hameln ist keine Katastrophe. Der VfL, ein Klub mit Bundesliga- und Europapokal-Tradition, verfügt über ein gestandenes Oberliga-Team. In Hameln kann man auch als Topmannschaft verlieren. Allein: Titelkandidaten wie SF Söhre oder MTV Großenheidorn werden sich dort vermutlich keine Blöße geben.

Zwar haben die Vorsfelder nie den Anspruch kommuniziert, sich mit der Oberliga-Elite um die Aufstiegsränge streiten zu wollen. Doch orientiert man sich in der Eberstadt an der Ligaspitze. Und die könnte in weite Ferne rücken, wenn es schlecht läuft für den MTV.

Die „Razorbacks“ gehen nun mit der 0:2-Punkte-Hypothek in die Begegnungen mit Lehrte und Liga-Favorit Söhre. „Wir wären die Aufgaben lieber mit zwei Zählern angegangen“, gesteht MTV-Kapitän Marius Thiele. „So haben wir im Hinterkopf, dass uns ein vergeigter Saisonstart droht.“ Die Frage lautet: Hemmt das die Vorsfelder oder spornt es sie an?

Von Sorge oder Verunsicherung ist keine Spur beim MTV. Thiele analysiert die Niederlage nüchtern: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Uns sind Fehler passiert, die wir in der Vorbereitung nicht gemacht haben.“ Sowohl Angriffs- als auch Abwehrspiel stockten. Insbesondere die Abwehrleistung wurmte ihn: „Wir haben uns grobe Schnitzer geleistet. Im Innenblock passte es nicht.“ 29 geworfene Tore hätten eigentlich zu einem Sieg reichen müssen, meint Thiele.

Und da es spielerisch schon stockte, kam noch hinzu, dass mehrere Schiedsrichterentscheidungen fragwürdig waren und gegen das Gästeteam ausfielen – so wurde dem MTV unter anderem der Last-Minute-Ausgleich abgepfiffen.

Der Kapitän verbucht die Partie als Ausrutscher und hakt sie ab. „Unsere Vorbereitung war zu gut, als dass uns die Niederlage aus der Bahn wirft. Wir wissen, dass es besser geht“, betont Thiele. „Wir arbeiten die Fehler auf und besprechen, wie es gegen Lehrte laufen soll.“

Mit dem SV gastiert ein Gegner im Eichholz, der zu den Top 4 gezählt werden kann. Zum Start unterlag der SV Söhre in einem überraschend torarmen Spiel mit 16:19. „Das hat mich gewundert. Lehrte und Söhre gehören eigentlich zu den Ballermännern der Liga“, so Thiele. Möglich, dass den SV der Abgang von Topspieler Louis Ewert mehr schmerzt als angenommen. Thiele jedoch glaubt das nicht, denn: „Lehrte hat mit Tobias Ratsch exzellenten Ersatz auf Halblinks geholt.“ Gegen Söhre war der Neuzugang mit vier Treffern bester SV-Werfer. Thiele warnt: „Wir müssen uns auf eine intensive Partie einstellen.“

MTV Vorsfelde – Lehrter SV Sa., 18.30 Uhr, Sporthalle im Eichholz.

Wolfsburger Nachrichten, Seite 30, 22.09.2021